Rückschlag für alle Soja-Fans

Soja wohl doch nicht so gesund
wie angenommen; © PHIL

1999 wurde Soja in den USA von Fachbehörden empfohlen. Grund dafür war eine Untersuchung, die gezeigt hatte, dass 25 Gramm Soja pro Tag das Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin senken können. Ob der positive Effekt auf die im Soja reichhaltig vorhandenen Isoflavonoide zurückzuführen ist, war nicht klar.

Seitdem hat es eine Menge Studien gegeben, die die Rolle der Isoflavonoide im Soja untersucht haben. Nun hat eine Meta-Analyse 22 dieser Studien noch einmal untersucht. In den meisten dieser Studien senkte isoliertes Sojaprotein mit Isoflavonoiden im Vergleich zu Milch oder anderen Proteinen das LDL-Cholesterin um durchschnittlich nur drei Prozent. Dies war sehr wenig im Vergleich zur Menge an Sojaprotein, das getestet wurde. In Bezug auf HDL, Triglyceride, Lipoprotein a oder Blutdruck zeigte das Sojaprotein keinerlei Wirkung.

In 19 Studien mit Soja-Isoflavonoiden zeigte sich kein Effekt auf LDL-Cholesterin oder andere Blutfette. Was die Wirkung der Isoflavonoide auf die Menopause angeht, zeigte die Meta-Analyse kein klares Bild. Auf die vasomotorischen Beschwerden der Menopause scheint Sojaprotein keine Auswirkungen zu haben und die Ergebnisse zum Knochendichteverlust in der Menopause sind widersprüchlich.

Auch mit der Prävention oder der Behandlung des Mammakarzinoms, Endometriumkarzinoms und der Prostata wird Sojaprotein oft in Verbindung gebracht. Die Meta-Analyse kann diese angeblich positiven Wirkungen nicht erkennen.

Angesichts dieser ernüchternden Ergebnisse kommt die AHA zum Ergebnis, Isoflavonoide in Zukunft nicht mehr für Nahrungsergänzungsmittel empfehlen zu wollen. Allerdings sollte man weiterhin Sojaprodukte konsumieren, da sie viele Ballaststoffe und Vitamine enthalten.

MEDICA.de; Quelle: Circulation Rapid Access