04.11.2005

Arcor AG & Co. KG

RFID-Technologie und Körpersensorik in konvergenten Telematiknetzen

MEDICA 2005. Mit isiMED nimmt Arcor weitere innovative Elemente der Medizin-IT ins Visier.

Konvergente Netze – dieses Schlagwort umschreibt die konsequente Zusammenführung verschiedener Anwendungen, Applikationen und Dienste auf einem IP-basierten Netz (Internet-Protokoll). Arcor hat mit der Integration dieses Konzeptes im neu eröffneten, modernsten Krankenhaus Europas, dem Sana-Klinikum-Remscheid, ein viel beachtetes Pilotprojekt realisiert. Dort wurden die bisher getrennt voneinander geführten Kommunikationsnetze für Ärzte, Verwaltung, Alarmierungssysteme, Abrechnung und Fernsehen in ein System überführt. Gleichzeitig stellt diese Synthese einen erheblichen Einsparfaktor dar, weil beim Neubau auf zusätzliche Koaxial-, Telefon- und sonstige parallele Verkabelung verzichtet werden konnte. In vielen Bereichen werden die Endgeräte mit Wireless LAN an das IP-Netz angeschlossen, u.a. für die drahtlose digitale Visite per Laptop – 260 Accesspoints leuchten hierfür das gesamte Gebäude aus.

RFID als Sicherheitselement

Als einen neuen Baustein des Medizinproduktes isiMED stellt Arcor auf der MEDICA die Integration von RFID-Chips in diese konvergenten Netze vor (Radio Frequency Identification), und zwar in Form so genannter Tags (Etiketten). Ziel ist die eindeutige Identifizierung von Patienten. Der Patient erhält bei der Aufnahme in das Krankenhaus ein Armband, auf dem per RFID-Chip der Verweis auf die Patientendaten im Krankenhaus-Informations-System gespeichert ist. Der behandelnde Arzt kann nun bei der digitalen Visite mit einem mobilen Endgerät diesen Tag auslesen und erhält die zum Patienten gehörigen Informationen. So werden Verwechslungen zu einem hohen Prozentsatz ausgeschlossen. Die Eindeutigkeit der Identifizierung kann z.B. dann lebenswichtig sein, wenn Unverträglichkeiten vorliegen oder bestimmte Dosierungen nicht über- oder unterschritten werden dürfen. Ebenfalls bei der Erkennung des richtigen Patienten vor einer OP bzw. bei der Zuordnung von Pflege- und Betreuungsleistungen kann RFID hilfreich sein. Zudem kann der Patient aktiv Nutzen daraus ziehen, indem er an Infoterminals individuelle Information abrufen kann, z.B. darüber, wann die nächsten Behandlungen anstehen. Weitere Anwendungen sind die Erfassung des Speiseplans sowie hausinterne Informationen. Die so gespeicherten Daten müssen nicht mehr manuell erfasst und weitergegeben werden, sondern liegen unmittelbar an zentraler Stelle vor. Damit ist eine zeitgerechte Bearbeitung und vor allem Planung gewährleistet.

Überallversorgung „ubiCARE“ via Medizinnetz

Die logische Fortführung des auf der letztjährigen MEDICA von Arcor vorgestellten Medizinnetzes heißt ubiCARE (Ubiquitous Care). Arcor zeigt nun auf Grundlage des erfolgreich eingeführten Kommunikationsnetzes zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten, wie im Rahmen der Telemedizin Vitaldaten von zuhause aus an den behandelnden Arzt übermittelt werden können. Die Messungen können einfach und ohne technische Kenntnisse des Patienten an das elektronische Postfach des Arztes gesendet und nach der Authentifizierung von diesem jederzeit abgerufen werden. ubiCARE ermöglicht so auf der einen Seite, dass in bestimmten Fällen der Patient zur weiteren Genesung nach Hause geschickt werden kann, weil eine Überwachung der Vitalwerte telematisch sichergestellt ist. Auf der anderen Seite gewährt dies dem behandelnden Arzt eine gewisse Flexibilität, u.a. weil er diese Daten auch mobil abrufen kann.

BILD:
RFID-Etiketten zur Patienten-Identifikation vor Operation und Medikation