Radarfallen können Leben retten

Nicht lästig, sondern Leben rettend:
Radarfallen; © Hemera

Autounfälle sind weltweit eine der wichtigsten Ursachen für Tod und Invalidität. Jedes Jahr werden auf der ganzen Welt etwa 1,2 Millionen Menschen getötet und bis zu 50 Millionen verletzt. Maßnahmen zur Überwachung der Geschwindigkeit im Straßenverkehr werden nicht zuletzt auch deshalb eingesetzt, um die Zahl von Verkehrsunfällen zu senken.

Können solche Radarfallen aber tatsächlich die Zahl von Verkehrsunfällen und damit von Toten und Verletzten senken? Eine aktuelle Studie kommt zu einem vorsichtigen Ja. Es handelt sich dabei um eine Meta-Analyse von 14 Beobachtungsstudien, die mit Hilfe der Cochrane-Datenbanken und anderer Register gefunden wurden. Acht der 14 Studien waren Vorher-Nachher-Studien ohne Vergleichsgruppe. Randomisierte, kontrollierte Studien zu dieser Frage liegen bislang nicht vor.

Alle außer einer einzigen Untersuchung zeigen, dass mobile und stationäre Radarkameras zur Überwachung des Straßenverkehrs zumindest in den ersten drei Jahren nach Inbetriebnahme die Zahl der Verkehrsunfälle sowie die Zahl der Toten und Verletzten auf den jeweiligen überwachten Streckenabschnitten senken können. In einer Studie konnte dieser positive Effekt über mehr als viereinhalb Jahre nachgewiesen werden.

Je nach Studie wurde im unmittelbaren Umfeld der Kamera eine Reduktion der Verkehrsunfälle zwischen fünf und 69 Prozent, 17 bis 71 Prozent weniger Tote und zwölf bis 65 Prozent weniger Verletzte gemessen. Selbst im Umkreis der Radarfallen von einigen Kilometern ging die Zahl der Unfälle, Toten und Verletzten zurück.

Diese Daten sind zwar überzeugend, die Studienleiter weisen aber darauf hin, dass keine Kontrollgruppen gebildet wurden. Nun sollen prospektive Studien die aktuellen Befunde stützen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 331-334