Radio-Chemo-Therapie ist überlegen

Insgesamt wurden 384 Patienten mit fortgeschrittenen, inoperablen Kopf-Hals-Tumoren in der Studie behandelt. Die meisten Tumoren waren größer als vier Zentimeter oder hatten bereits Nachbarorgane angegriffen. Bei fast allen Betroffenen (365) waren die Lymphknoten mit Tumorabsiedelungen befallen.

Eine Hälfte der Patienten erhielt ausschließlich eine Strahlentherapie, die andere Gruppe erhielt eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie. Bei beiden Gruppen dauerte die Behandlung 6 Wochen. Um die tumorvernichtende Wirkung der Therapie in beiden Gruppen zu steigern und Nebenwirkungen zu verringern, absolvierten die Patienten teilweise zwei Therapiesitzungen täglich mit jeweils verringerter Dosis. In der Pause zwischen den beiden Bestrahlungen sollte sich das gesunde Gewebe erholen.

Wie Prof. Dr. Volker Budach von der Charité Berlin berichtet, waren nach 10 Jahren noch circa 40 Prozent der kombiniert behandelten Patienten lokal tumorfrei, das heißt der Tumor war in der ursprünglich befalle-nen Region dauerhaft verschwunden. Bei den nur bestrahlten Patienten war dies nur bei 29 Prozent der Fall.

Auch die so genannten tumorspezifischen Überlebensraten waren in den beiden Therapiegruppen unterschiedlich: Diese lag für die radio- chemotherapierten Patienten bei 41 Prozent, für die ausschließlich bestrahlten dagegen nur bei 32 Prozent. Die Gesamtüberlebens-Rate, bei der auch alle nicht-tumorbedingten Todesfälle mitgerechnet werden, zeigte allerdings bedingt durch die kleine Fallzahl keinen Unterschied zwischen beiden Therapiegruppen.

Die Häufigkeit von Fernabsiedelungen (Metastasen) war in beiden Gruppen ungefähr gleich. Die Anzahl chronischer Nebenwirkungen an der Haut, den Weichteilen oder an den Schleimhäuten war in beiden Gruppen gleich und lag insgesamt sehr niedrig.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften