Radiochemotherapie gefährdet Speicheldrüsen

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Chemotherapie plus Bestrahlung ist
das für die Speicheldrüsen besonders
gefährlich; © NCI Visuals Online

Bei Patienten, die mit einer simultanen Therapie, also Bestrahlung und Chemotherapie, behandelt wurden, ist die Schadens- wahrscheinlichkeit der Speicheldrüsen im Mundbereich wesentlich erhöht. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt mit zunehmender Strahlendosis deutlich zu. Patienten mit kombinierter Radiochemotherapie unterliegen somit einem höheren Risiko, infolge der onkologischen Behandlung unter einer sehr unangenehmen Mundtrockenheit zu leiden. Dies ist das Ergebnis eines interdisziplinären Forschungsprojektes.

Wissenschaftler führten klinische Untersuchungen zur Auswirkung einer simultanen Radiochemotherapie im Vergleich zur alleinigen Radiotherapie auf den Funktionsverlust der großen Kopfspeicheldrüsen, den Glandulae parotideae, durch.

Eine moderne Radiochemotherapie im Kopf-Hals-Bereich steigert im Vergleich zu einer alleinigen Radiotherapie die Tumorzellvernichtung und damit die lokale Tumorfreiheit, erbringt jedoch leider auch erhöhte unerwünschte akute Nebenwirkungen im umliegenden Normalgewebe. Ob und in welcher Stärke diese gesteigerten Wirkungen auch die im Strahlenfeld liegenden Speicheldrüsen betreffen, wurde bisher nicht systematisch untersucht.

Gegenstand der ausgezeichneten Untersuchung war es, die zusätzliche Auswirkung der simultanen Radiochemotherapie mit dem Chemotherapeutikum Cisplatin im Vergleich zu einer alleinigen Radiotherapie auf den Funktionsverlust der großen Ohrspeicheldrüsen zu quantifizieren.

Damit bei den betroffenen Patienten auch die sich daran anschließenden Folgestörungen, wie Schluckbeschwerden und bestrahlungsbedingte Karies mit Zahnausfall reduziert werden können, sollten die Ergebnisse der Arbeit zukünftig schon bei der Bestrahlungsplanung beachtet werden. Auch die zahnärztliche Supportivtherapie sollte dies im Rahmen von Prophylaxemaßnahmen berücksichtigen.

MEDICA.de; Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg