Die meisten Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom sind keine Kandidaten für einen chirurgischen Eingriff. Zwei der wichtigsten Interventionsoptionen sind die Radiofrequenzablation und perkutane Ethanolinjektionen. In einer Studie wurde nun die Radiofrequenzablation mit der konventionellen perkutanen Ethanolinjektion beziehungsweise hoch-dosierten perkutanen Ethanolinjektion bei Tumorgrößen zwischen drei und fünf Zentimetern verglichen.

157 Patienten nahmen an dieser Untersuchung teil. Unter der konventionellen perkutanen Ethanolinjektion lag die Tumornekroserate während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 24 Monaten bei 88 Prozent. Unter hohen Dosen sogar bei 92 Prozent. Unter Radiofrequenzablation dagegen lag die Tumornekroserate bei 96 Prozent. Im Vergleich zu den Injektionen benötigte man bei der Radiofrequenzablation weniger Behandlungssitzungen um eine komplette Tumornekrose zu erreichen (p kleiner 0.01). Außerdem waren unter dieser Therapie die Tumorprogressionsraten am geringsten (p gleich 0.01 versus konventionelle perkutane Ethanolinjektion und p gleich 0.04 versus hoch-dosierte perkutane Ethanolinjektionen).

Deutlich überlegen war die Radiofrequenzablation den beiden anderen Therapien auch in Bezug auf die Überlebensrate (p gleich 0.01 versus konventionelle und p gleich 0.02 versus hoch-dosierte perkutane Ethanolinjektionen). Die Faktoren Tumorgröße, Tumordifferenzierung und Behandlungsmethode waren die wichtigsten Prädiktoren der lokalen Tumorprogression, der Gesamt-Überlebensrate und der Überlebenszeit ohne Rezidiv.

Schmerzhaft waren die drei getesteten Therapieverfahren in gleichem Maße. Außer diesen Schmerzen wurden keine nennenswerten unerwünschten Nebenwirkungen beobachtet. Die Studienautoren glauben, dass jüngste Verbesserungen der Radiofrequenzablation diese Ergebnisse noch verbessern könnten.

MEDICA.de; Quelle: Gastroenterology 2004, Vol. 127, S. 1714-1723