"Wir wollen nicht grundsätzlich immer den ganzen Körper untersuchen, sondern in erster Linie Organsysteme", erklärt PD Dr. Stefan Schönberg, Leiter des Funktionsbereichs Magnetresonanz-Tomographie am Institut für klinische Radiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dies könne wie im Fall der Atherosklerose auf ein Ganzkörperbild hinauslaufen.

Doch in vielen Fällen wollten die Radiologen nur bestimmte Körperregionen untersuchen, wo sich bestimmte Erkrankungen typischerweise manifestieren. Ein Beispiel dafür seien Tumoren, die ihre Metastasen bevorzugt in bestimmte Organe absiedeln.

Vor allem die Weiterentwicklung der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) habe diese neuen Perspektiven in der Bildgebung eröffnet. Der entscheidende Vorteil sei die nicht vorhandene ionisierende Strahlung und weitere Neuerungen wie beispielsweise die parallele Bildgebung, bei der die Bildinformationen aus größeren Körperabschnitten gleichzeitig verarbeitet werden können.

Dies habe die Untersuchung enorm beschleunigt: Einmal Körpertransparenz in 60 Minuten. Allerdings habe das Tempo auch nachteilige Konsequenzen: "Die Bilder werden rauschiger", weiß Schönberg. Doch auch dafür gäbe es eine Lösung: Die Stärke des Magnetfelds wird erhöht. Daher arbeitet die neueste Gerätegeneration inzwischen mit drei Tesla. "Mit MRT können wir morphologische und funktionelle Informationen in einem Untersuchungsgang erhalten und integrieren", so Schönberg.

Zwar seien die Bilder aus dem Körperinnern von faszinierender Präzision und die Computer generierten Innenansichten des Körpers in rasendem Tempo, doch müsste trotz aller Faszination die neuen Möglichkeiten sorgfältig auf Nutzen und Risiko für Patienten geprüft werden. "Dazu sind umfangreiche klinische Studien erforderlich", erklärt Schönberg.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften