Patienten mit einer metastatischen Kompression des Spinalkanals bei Prostatakarzinom haben in der Regel eine bessere Überlebensprognose als Patienten, deren Spinalkanal aus anderen Gründen komprimiert ist. Bei Patienten mit einer metastatisch verengten Spinalkanale wird meist Radiotherapie eingesetzt. In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, welches radiotherapeutische Schema bei metastatisch bedingter Kompression des Rückenmarkskanals am besten ist und welche prognostischen Faktoren es für das funktionelle Ergebnis nach Radiotherapie gibt.

281 Patienten nahmen an dieser Studie teil. Alle waren zwischen Januar 1992 und Dezember 2003 radiotherapeutisch behandelt worden. Neben dem Alter wurden auch noch andere potentielle prognostische Faktoren analysiert wie etwa die Zahl der beteiligten Wirbel und anderes.

86 Prozent der radiotherapeutisch behandelten Patienten sprachen auf die Behandlung an. Bei 53 Prozent kam es zu keiner weiteren Progression und bei 33 Prozent verbesserten sich sogar die motorischen Beschwerden. Ebenfalls 33 Prozent der Patienten konnten nach der radiotherapeutischen Behandlung wieder laufen. Jene Patienten, deren motorische Beschwerden sich nur langsam entwickelt hatten (über mindestens 14 Tage hin) hatten eine bessere Prognose als jene, deren Beschwerden sich sehr rasch entwickelten (acht bis 14 Tage, p kleiner 0.001). Auch die Zahl der befallenen Wirbel spielt eine Rolle. Sind es mehr als drei, ist die Prognose schlechter als bei einem bis zwei befallenen Wirbeln (p gleich 0.013). Das radiotherapeutische Schema dagegen hatte kurzfristig keinerlei Einfluss auf die Prognose. Die Resultate nach zwei Jahren dagegen waren besser bei denjenigen, die relativ lange therapiert worden waren.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Urology 2006, Vol. 175, S. 552-556