Bösartige gynäkologische Erkrankungen mit externer Radiotherapie zu behandeln, birgt das Risiko sekundären Blasenkrebses. Das relative Risiko steigt auf das zwei- bis vierfache. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob dies auch für die Radiotherapie des Prostatakarzinoms gilt.

Als Datenbasis dieser retrospektiven Untersuchung diente die "Mayo Clinic Cancer Registry", welche Patientendaten aus den Jahren 1980 bis 1998 umfasst. Die "Surveillance, Epidemiology and End Results"-Datenbank diente als Vergleichsbasis.

Insgesamt 1.743 Patienten hatten im fraglichen Zeitraum wegen eines Prostatakarzinoms externe Radiotherapie bekommen. Das follw-up betrug mehr als 12.353 Mannjahre. In diesem Zeitraum konnten die Wissenschaftler keine erhöhte Inzidenz von Blasentumoren in der Gesamtgruppe der radiotherapeutisch behandelten Männern entdecken. Anders dagegen in Bezug auf jene Männer, die adjuvant radiotherapeutisch behandelt worden waren. Sie entwickelten häufiger ein Blasenkarzinom als Patienten aus der Vergleichsgruppe. Allerdings ist das Blasenkarzinom meist in einem geringen Tumorstadium, dafür schreitet es oft schnell fort.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Urology 2005, Vol. 174, S. 107-111