Das zeigt eine Studie, die an zehn französischen Zentren über einen Zeitraum von vier Jahren durchgeführt wurde. 81 Patienten mit einem Glioblastom nahmen daran teil. Ihr Durchschnittsalter lag bei 73 Jahren. 39 Patienten erhielten neben der üblichen supportiven Therapie auch eine Radiotherapie, die restlichen 42 Patienten wurden nur supportiv behandelt. Ihre durchschnittliche Überlebensrate betrug 29,1 Wochen unter der Radiotherapie, dagegen nur durchschnittlich 16,9 Wochen, wenn die Patienten lediglich supportiv behandelt wurden.

Im Rahmen der Studie untersuchte man auch das kognitive Vermögen der Patienten sowie deren Lebensqualität. Sowohl Lebensqualität als auch das kognitive Vermögen verschlechterten sich in beiden Gruppen allmählich. Unter der zusätzlichen Radiotherapie schien es jedoch zu keiner beschleunigten Verschlechterung von Lebensqualität und kognitiver Listungsfähigkeit zu kommen.

Man muss diese Studie im Zusammenhang anderer Untersuchungen mit jüngeren Menschen sehen. So haben frühere Untersuchungen gezeigt, dass Radiotherapie bei jüngeren Glioblastom-Patienten die Überlebenszeit um durchschnittlich 22 bis 24 Wochen verlängern kann. Dies ist fast doppelt so viel wie die durchschnittlich 12,2 Wochen, die ein älterer Patient gemäß der vorliegenden Studie an Lebenszeit hinzu gewinnen kann. Allerdings erhielten die jüngeren Patienten eine Dosis von 60Gy, während die älteren Patienten lediglich mit 50Gy bestrahlt wurden, um die Gefahr neurotoxischer Schäden zu minimieren, die gerade bei älteren Menschen besonders hoch ist.

Möglicherweise, so vermuten die Studienleiter, könnte man die Überlebensrate auch bei dieser älteren Patientengruppe noch weiter steigern, wenn man sie mit 60Gy bestrahlen würde. Die optimale Bestrahlungsdosis für diese Altersgruppe ist nicht bekannt.

Buchtipp: Duale Reihe Neurologie
Die "Neurologie" in der bewährten "Dualen Reihe" aus dem Thieme-Verlag ist nun schon in der sechsten Auflage erschienen. Am Aufbau dieses Lehrbuches hat sich nichts Grundsätzliches geändert: Noch immer wird der Haupttext ergänzt durch kurze, leicht zu merkende Zusammenfassungen am Seitenrand. Die Verfasser haben mit dieser Auflage die fünfte Auflage fortgeschrieben und neue klinische Beispiele, Tabellen und Abbildungen eingefügt. Überarbeitet wurden vor allem die Kapitel zu den Durchblutungsstörungen des Gehirns, Anfallskrankheiten, Demenzen, Muskelerkrankungen Tumoren und Gefäßfehlbildungen des Gehirns. Mit videographischen Bildsequenzen stellen die Autoren Bewegungsstörungen bei Stammganglienläsionen dar. Eine stärkere Überarbeitung hat auch das Kapitel zu den psychosomatischen Aspekten der Neurologie erfahren.

Masuhr, Karl; Neumann, Marianne: Neurologie; 6. Auflage; Thieme 2007; 597 Seiten mit meist farbigen Abbildungen, kartoniert; ISBN 978-3-13-135946-9; 44,95 Euro

MEDICA.de; Quelle: The New England Journal of Medicine 2007, Vol. 356, S. 1527-1535