Radon im Wohnraum erhöht Lungenkarzinom-Risiko

Radon in Wohnräumen birgt
Krebsgefahr; © DIN

In vielen Ländern ist die Exposition gegenüber den Zerfallprodukten des chemisch inerten Gases Radon-222 verantwortlich für etwa die Hälfte der nicht-medizinisch bedingten Exposition gegenüber ionisierender Strahlung. Radon entsteht natürlicherweise aus Produkten des Urans 238, welches ebenfalls natürlich vorkommt.

In einer Studie sollte nun untersucht werden, wie hoch das Lungenkarzinom-Risiko ist, welches von den Zerfallsprodukten des Radons ausgeht, das in Häusern und geschlossenen Räumen auftritt. In diese Untersuchung flossen die Daten aus 13 Fall-Kontroll-Studien aus neun europäischen Ländern ein. Insgesamt 7.148 Fälle von Lungenkarzinom und Daten von 14.208 Kontrollpersonen wurden dieser Re-Analyse unterzogen.

Die durchschnittliche Radon-Konzentration in den Wohnräumen der gesunden Kontrollpersonen lag bei 97 Bq/m³. Bei elf Prozent der Kontrollprobanden lag der Wert über 200 Bq/m³ und bei vier Prozent gar über 400 Bq/m³. In den Wohnräumen derjenigen, die an Lungenkrebs erkrankten, lag die Radon-Konzentration bei durchschnittlich 104 Bq/m³. Mit jedem Anstieg der Radon-Konzentration um jeweils 100 Bq/m³ steigt das Lungenkarzinom-Risiko statistisch um 8,4 Prozent (p kleiner 0.0007).

Offenbar ist der Zusammenhang zwischen Radon-Konzentration in Wohnräumen und dem Lungenkarzinom-Risiko linear. Einen Schwellenwert gibt es nicht. Der Dosis-Wirkungs-Zusammenhang blieb auch signifikant (p gleich 0.04) nachdem man nur die Daten jener Lungenkarzinom-Patienten untersuchte, deren Wohnraumwerte unter 200 Bq/m³ lagen. Diese Ergebnisse waren völlig unabhängig vom Alter, Geschlecht oder Raucherstatus der untersuchten Studienteilnehmer - und er zog sich durch alle Untersuchungen. Radon-Gas in Wohnräumen ist für etwa zwei Prozent aller Krebs-Todesfälle in Europa verantwortlich.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 223