Rainer Glaß und Michael Synowitz geehrt

Dr. Rainer Glaß und Dr. Michael
Synowitz; © Thomas Oberländer

Den mit 2.000 US-Dollar dotierten Preis nahm Dr. Synowitz für beide Forscher auf dem 55. Kongress der Amerikanischen Gesellschaft für Neurochirurgie in Boston, Massachusetts, USA, entgegen. Ihre Forschungsarbeit hatte das Journal of Neuroscience publiziert.

Glioblastome gehören zu den häufigsten Hirntumoren und zu den bösartigsten. Sie treten meist bei Menschen Mitte Fünfzig, Anfang Sechzig auf. Die Ursachen sind nicht bekannt. Bisher ging die Forschung davon aus, dass fehlgesteuerte Stammzellen oder neuronale Vorläuferzellen Glioblastome auslösen.

Zusammen mit Prof. Helmut Kettenmann (MDC) und Dr. Gerd Kempermann (MDC/Charité Universitätsmedizin Berlin) hatten sie in transgenen Mäusen Stammzellen und neuronale Vorläuferzellen nachgewiesen, die den Tumor zerstören. Offenbar lockt der Tumor selbst diese Stammzellen aus den Keimzentren (Stammzellnischen) des Gehirns über weite Strecken an. Weshalb, ist noch unklar.

Die Forscher bewerteten dieses Ergebnis als ersten Hinweis darauf, dass das Gehirn zumindest junger Tiere, Schutzmechanismen gegen Glioblastome hat. Das könnte auch erklären, weshalb dieser Tumor beim Menschen erst in höheren Lebensjahren auftritt, nicht aber bei Kindern und Jugendlichen. Die Forscher hatten älteren Mäusen mit Glioblastom Stammzellen injiziert und es hatte sich gezeigt, dass die Tiere wie ihre jüngeren Artgenossen reagierten: der Tumor wurde kleiner. Noch ist unklar, welche Substanz die Stammzellen zu dem Tumor lockt und wie die Stammzellen auf den Tumor einwirken.

MEDICA.de; Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch