Rauchen und Hepatitis - eine gefährliche Mischung

Rauchen und HCV - gemeinsam
besonders krebsgefährdend
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Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für das Entstehen verschiedener Krebsarten. Ob Rauchen auch das Risiko eines Non-Hodgkin-Lymphoms erhöht, war bislang aber nicht eindeutig geklärt. Man weiß, dass eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) eine solche Krebserkrankung begünstigt. Ebenfalls wenig untersucht ist aber der Zusammenhang zwischen einer HCV-Infektion und dem Rauchen.

Ein wenig Licht in dieses Dunkel bringt nun eine italienische Studie. Zwischen 1999 und 2002 unternahmen Wissenschaftler eine Fall-Kontrollstudie zum Zusammenhang zwischen HCV, Rauchen und Non-Hodgkin-Lymphomen. Durchgeführt wurde die Studie in zwei Regionen des nördlichen und südlichen Italiens.

225 Patienten im Durchschnittsalter von 59 Jahren, die wegen eines Non-Hodgkin-Lymphom stationär im Krankenhaus aufgenommen wurden, dienten als Fallgruppe. Diesen stellte man 504 Patienten im Durchschnittsalter von 63 Jahren entgegen, die zwar ebenfalls alle krank waren, aber aus anderen Gründen im Krankenhaus lagen.

Wer mindestens 20 Zigaretten am Tag raucht, hat ein 2,1fach erhöhtes Risiko, an einem Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken im Vergleich zu Nichtrauchern. Unabhängig davon erhöht auch eine HCV-Infektion das Non-Hodgkin-Lymphom-Risiko, und zwar um das 2,6-fache. Kommt beides zusammen, Rauchen und eine HCV-Infektion, dann ist das Krebsrisiko sogar vierfach höher.

Die italienischen Forscher haben errechnet, dass fünf bis zehn Prozent aller Fälle von Non-Hodgkin-Lymphomen in Italien verhindert werden könnten, wenn die Menschen aufhören würden zu rauchen und HCV-Infektionen konsequent bekämpft würden. Deshalb fordern sie bessere Aufklärungskampagnen und Hilfestellungen für Ex-Raucher sowie besserer Vorsorgestrategien zur Vermeidung einer HCV-Infektion.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2005, Vol. 115, S. 606-610