Rauchstopp hilft besser als Medikamente

Ein Schmerzmittel ohne Neben-
wirkungen: Entwöhnung
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"Die Bedeutung von Tabakrauchen auf die Entstehung chronischer Schmerzsyndrome sowie von Raucherentwöhnung als therapeutische Maßnahme bei chronischen Schmerzsyndromen ist ein bisher von der Schmerztherapie vernachlässigtes Thema", erklärt Dr. Winfried Häuser vom Zentrum für Schmerztherapie am Klinikum Saarbrücken.

Den Brummschädel nach einem Abend in einer verräucherten Kneipe kennt wohl jeder - aber Rauchen ist auch Risikofaktor für die Entwicklung chronischer Schmerzkrankheiten. Wer als Schmerzpatient das Rauchen aufgibt, kann damit rechnen, dass sich sein Befinden verbessert, in einigen Fällen sogar ebenso gut wie durch Medikamente.

"Bei Clusterkopfschmerz stellt das Rauchen einen gesicherten Auslösemechanismus dar", so Kollege Prof. Dr. Karl-Heinz Grotemeyer. "Migränepatienten gaben Rauchen als Kopfschmerz-Triggerfaktor je nach Studie zwischen 1% und 3,2% an, Spannungskopfschmerzpatienten beschuldigten Rauchen in 2,8% als Auslöser." Das Hirninfarktrisiko ist bei rauchenden Migränepatientinnen signifikant erhöht.

Neben der Verengung der Herzkranz- und Beingefäße und der entzündlichen Verengungen der Zehen- und Fingerarterien erhöht das Rauchen auch das Risiko für chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie Entzündungen des Dünn- und Dickdarmes. "Die relative Risikoreduktion eines erneuten Herzinfarkts durch Tabakabstinenz liegt zwischen 50 und 70 %. Das ist vergleichbar mit der relativen Risikoreduktion, die sich durch die derzeit gängige Praxis der Kombination von vier unterschiedlichen Medikamenten erzielen lassen", unterstreicht Häuser.

Die Effektivität von Rauchstopp als therapeutische Maßnahme bei einigen chronischen Schmerzsyndromen aus der Inneren Medizin ist eindeutig belegt. "Raucherentwöhnung ist nicht nur effektiv, sondern im Vergleich zur medikamentösen, invasiven oder psychotherapeutischen Schmerztherapie kostengünstig und nebenwirkungsarm", so Häuser.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)