Schottland hat zum 26. März 2006 das Rauchen in umschriebenen öffentlichen Plätzen und Räumen wie Restaurants und Bars verboten. Am unmittelbarsten davon betroffen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gastronomie in Schottland. Um zu untersuchen, welche Auswirkungen das Rauchverbot auf diese Mitarbeiter hat, starteten Wissenschaftler des Ninewells Hospital and Medical School in Dundee, Schottland, eine Studie, an der 77 Mitarbeiter aus Bars der Stadt Tayside in Schottland teilnahmen. 29 der Probanden hatten früher einmal geraucht, 17 lebten mit rauchenden Partnern zusammen, doch keiner der Untersuchten war aktuell selbst Raucher.

Die Studie begann vor dem Rauchverbot. Damals litten 61 der Probanden (79,2 Prozent) unter respiratorischen Problemen. Einen Monat nach Inkrafttreten des Rauchverbots war diese Zahl auf 41 Probanden (53,2 Prozent) und zwei Monate danach auf 38 Probanden (46,8 Prozent) gefallen. Der FEV1-Wert besserte sich durch das Rauchverbot signifikant.

Auch im Blut machte sich der Einfluss des Rauchverbots bemerkbar: Der durchschnittliche Serum-Kotininwert fiel von 5.15 ng/mL auf 2.93 ng/mL. Außerdem verbesserten sich verschiedene Entzündungsparameter deutlich. In der Ausatmungsluft fielen die Entzündungsparameter signifikant ab und die Zahl der Gesamt-Leukozyten und neutrophilen Granulozyten sank signifikant. Beides ein Zeichen dafür, dass sich systemische Entzündungsprozesse abschwächten. Schließlich besserte sich auch die Lebensqualität von Mitarbeitern mit Asthmasymptomen, wie sie im „Juniper Mini Asthma Quality of Life Score“ gemessen wurde.

Unter dem Strich werten die Studienleiter und andere Experten das Ergebnis dieser Studie als deutlichen Beweis für den Sinn eins Rauchverbots in Gaststätten.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2006, Vol. 296, S. 1742-1748