Rauchverbotszeichen lösen Nikotinverlangen aus

Kein optimales Verbotsschild: die
frisch angezündete Kippe
© Pixelquelle.de

In der Studie untersuchen Professor Paul Pauli und seine Mitarbeiter Ronald Mucha und Hedwig Eisenbarth vom Institut für Psychologie der Uni Würzburg, wie sich das Rauchverhalten in öffentlichen Gebäuden und Schulen wirksam kontrollieren lassen könnte.

Die Wissenschaftler befragten Schüler aus den Jahrgangsstufen 7, 9, 11 und 13 über ihre Rauchgewohnheiten. Von den 229 Teilnehmern, die zwischen zwölf und 20 Jahre alt waren, bezeichneten sich bei den unter 16-Jährigen zehn Prozent als Raucher, bei den Älteren etwas mehr als 20 Prozent.

Von den insgesamt 33 Rauchern wurden 15 aufgrund ihrer Angaben als abhängige, 18 als weniger abhängige Raucher eingestuft. Hinweise auf eine schwere Abhängigkeit ergaben sich in keinem Fall, wie die Forscher über den Kohlenmonoxid-Gehalt in der Atemluft herausfanden.

Die Schüler bekamen auch diverse Rauchverbotszeichen vorgelegt, die sie bewerten und deren Wirkung sie einschätzen sollten. Dabei stellte sich heraus, dass die oft verwendeten Zeichen mit einer durchgestrichenen Zigarette genau das auslösen, was sie eigentlich verhindern sollen: ein starkes Rauchverlangen. Zeigten die Schilder aber einen zu Ende gerauchten Stummel, so fiel der Nikotin-Hunger deutlich kleiner aus. War auf den Verbotszeichen eine Schwangere zu sehen, die eine frische oder eine zu Ende gerauchte Zigarette in der Hand hält, so führte das in beiden Fällen kaum Rauchverlangen herbei.

Weiterhin ergründeten die Psychologen, wie gut die Gymnasiasten über das Rauchen und seine Folgen im Bilde sind. Fazit: Die Schüler hatten dazu ein gutes allgemeines Wissen.

Aber es gäbe auch Lücken. Größtenteils unbekannt waren den Gymnasiasten biopsychologische Zusammenhänge, wie situative Lerneffekte, die beim Rauchen auftreten. Die Raucher gaben im Unterschied zu den Enthaltsamen an, dass Rauchen die Leistungsfähigkeit steigere, dass sie nicht vom Nikotin abhängig seien und dass die Clique ihr Rauchverhalten kaum beeinflusse.

MEDICA.de; Quelle: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg