Reflex-Hammer besser als Bilder

Es muss nicht immer High-tech sein
© Hemera

"Bei klassischen Kopfschmerzen ist der Reflexhammer daher immer noch das wichtigste Diagnoseinstrument", kommentieren Experten eine neue spanische Studie, die in den "Kopfschmerz-News" der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) jetzt vorgestellt wurde.

Der Einsatz bildgebender Verfahren in der Diagnostik von Kopfschmerzen sei nur nötig, wenn Warnsignale darauf hindeuten, dass die Schmerzen Symptom einer anderen Erkrankung oder Verletzung sind ("sekundäre Kopfschmerzen").

Dies bestätige nun eine spanische Studie: 1876 Patienten, die an wiederkehrenden Kopfschmerzen litten, wurden zunächst körperlich untersucht. Es folgte eine Untersuchung des Schädels mit Magnetresonanz- oder Computertomographie. Nur bei 1,2 Prozent der Patienten entdeckten die Ärzte eine krankhafte Veränderungen, beispielsweise einen Schlaganfall, Gefäßmissbildungen oder Tumore. Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Befund und den Kopfschmerzen konnten sie jedoch in vielen Fällen nicht nachweisen.

Darüber hinaus analysierten die Ärzte die Ergebnisse bei jenen Patienten, die - mit Ausnahme der Kopfschmerzen - keine zusätzlichen neurologischen Auffälligkeiten zeigten. Bei diesen waren pathologische Veränderungen nur in 0,9 Prozent der Fälle diagnostizierbar.

"Die Wahrscheinlichkeit, Erkrankungen im Schädelbereich mittels bildgebender Verfahren zu entdecken, liegt bei Kopfschmerzpatienten mit einem normalen neurologischen Befund und typischer Symptomatik mit 0,2 Prozent nicht höher als bei gesunden Menschen", lautet der Kommentar der Kopfschmerzexperten.

Diese Wahrscheinlichkeit steige nur, wenn bei der neurologischen Untersuchung Auffälligkeiten festgestellt werden oder die Symptomatik der Kopfschmerzen vom Üblichen abweicht. Daher sei der Reflexhammer des Arztes immer noch das entscheidende Werkzeug in der Diagnostik von Kopfschmerzen.

MEDICA.de; Quelle: Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG)