Das Gilles de la Tourette-Syndrom (TS) zeichnet sich durch eine Kombination von motorischen und vokalen Tics aus. Häufig kommen dazu psychiatrische Erkrankungen wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) und Zwangsstörung. Mit neuen strukturellen Kernspintomographiemethoden können bei dieser Erkrankung makroskopische sowie histopathologische Hirnveränderungen in vivo sichtbar gemacht werden. Zu diesen neuen Metthoden gehören voxelbasierte MRT-Techniken wie die voxelbasierte Morphometrie (VBM), das Magnetisation-Transfer-Imaging (MTI) und das Diffusion-Tensor-Imaging (DTI). Ziel einer Studie war es, hirnpathologische Veränderungen bei Patienten mit Tourette-Syndrom und ADHS sowie Zwangsstörungen nachzuweisen.

41 TS-Patienten und 42 gesunde Kontrollpersonen wurden mittels VBM, MTI und DTI untersucht. Um zusätzliche Einflussfaktoren auszuschalten, schloss man ausschließlich erwachsene, unbehandelte Männer ein. Neben einer neurologischen und psychiatrischen Untersuchung erfolgte eine neuropsychologische Testung sowie eine Beurteilung der Schwere des TS mittels Yale Global Tic Severity Scale (YGTSS) und Rush Video-based Tic Rating Scale (RVTRS). Sämtliche Messungen wurden an einem 1,5 Tesla GE Gerät durchgeführt und mittels SPM2 ausgewertet.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe fanden sich in der Tourette-Gruppe Hirnveränderungen im sensomotorischen, orbitofrontalen und dorsolateralen-präfrontalen Kortex, im Nukleus caudatus, im Corpus callosum sowie im Limbischen System. Auch das Mesencephalon und das Cerebellum wiesen Veränderungen auf. Die Schwere des TS (YGTSS, RVTSR) korrelierte positiv mit Veränderungen im präfrontalen, sensomotorischen und parieto-occipitalen Kortex, im Limbischen System sowie im Thalamus und Nukleus caudatus.

MEDICA.de; Quelle: Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) Poster P-021-14