Regelmäßige Darmspiegelung kann Darmkrebs verhindern

10.03.2015
Foto: Darm

Bei einer Darmspiegelung wird die Darmschleimhaut untersucht; © panthermedia.net/Sebastian Kaulitzki

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten beim Menschen. Die Prognose hängt entscheidend vom Stadium ab, in dem der Tumor entdeckt wird. Die Darmspiegelung gilt als die beste Methode Vorstufen von Krebs zu identifizieren. Werden diese rechtzeitig behandelt, kann der Ausbruch der Krankheit verhindert werden.

Die Experten der MedUni Wien empfehlen anlässlich des bevorstehenden „internationalen Darmkrebsmonats“ im März 2015 allen Männern bereits ab 45 Jahren, Frauen ab 50 Jahren dringend eine Darmspiegelung.

In Österreich erkrankt jede 17. Person im Laufe Ihres Lebens an einem bösartigen Tumor des Dickdarms. Konkret sind das bis zu 5.000 Menschen pro Jahr, die mit dieser Diagnose konfrontiert werden. Auf Grund der Etablierung neuer Operationstechniken und der Weiterentwicklungen im Bereich der medikamentösen Therapie verbessert sich die Prognose aber zusehends.

Monika Ferlitsch von der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien und des AKH Wien und Mitglied des CCC (Comprehensive Cancer Center): „Man könnte einen Großteil dieser Erkrankungsfälle durch eine Darmspiegelung verhindern. Damit können Vorstufen des Darmkrebs‘, sogenannte Adenome, entdeckt und im Zuge der Darmspiegelung auch gleich entfernt werden.“

Bei der Darmspiegelung (Koloskopie) handelt es sich um eine risikoarme Vorsorgemethode, bei der die Darmschleimhaut untersucht wird. Dies geschieht mit einem Endoskop, einem schlauchförmigen Spezialgerät in dem unter anderem eine Videokamera integriert ist, die das Bild des Darminneren für den/die EndoskopikerIn auf einen Monitor projiziert.

Ferlitsch: „Wir legen einen starken Schwerpunkt auf das Thema Darmkrebsvorsorge. Daher setzen wir uns in vielen Forschungsarbeiten intensiv damit auseinander. Natürlich untersuchen wir auch, welche Vorsorgemethode am günstigsten ist und wann man sie am besten einsetzen sollte.“ Ferlitsch und ihr Team verglichen zum Beispiel in einer aktuellen Studie die Koloskopie mit einem Test, bei dem nach verstecktem Blut im Stuhl gesucht wird (FOBT – Fecal Occult Blood Test, Hämoccult Test). „Das Ergebnis hat uns erstaunt, denn es hat gezeigt, dass fast 37 Prozent der Männer, selbst wenn ihr Test negativ war, ein höheres Risiko hatten, ein Adenom zu entwickeln, als Frauen mit einem positiven Test“, so Ferlitsch. Das Ergebnis legt also den Schluss nahe, dass das Geschlecht mehr über das Risiko, Darmkrebs zu entwickeln, aussagt, als ein positives FOBT-Ergebnis, und dieser somit eigentlich wertlos ist.

Die Koloskopie ist eine Vorsorgeuntersuchung, die von vielen niedergelassenen Fachärzten angeboten wird. Daher raten Experten dazu, für diese Routinekontrolle vom Krankenhaus in die Facharztpraxis auszuweichen. Das verkürzt die Wartezeiten für die Untersuchung, da in Spitälern wie dem AKH Wien Patienten mit akuten Notfällen vorrangig behandelt werden.

MEDICA.de; Quelle: Medical University of Vienna