Register: Schwangerschaft bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

24.09.2015
Foto: Schwangere am Laptop

RHEKISS soll Daten zum Ausgang von Schwangerschaften bei Patientinnen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erfassen; ©panthermedia.net/ gstockstudio

Rhekiss (Rheuma-Kinderwunsch und Schwangerschaft) ist ein neues bundesweites Register, in dem Daten zum Ausgang von Schwangerschaften bei Patientinnen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen systematisch erfasst werden. Es soll die Sicherheit in der Betreuung der betroffenen Frauen erhöhen und den behandelnden Ärzten dabei helfen, die Patientinnen auf einer fundierten Datenbasis zu beraten.

Rhekiss ist ein Gemeinschaftsprojekt des Rheumazentrums Rhein-Ruhr e.V. in Düsseldorf und des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin. Die Studienleitung haben Dr. Rebecca Fischer-Betz aus Düsseldorf und Dr. Anja Strangfeld aus Berlin inne.

Das Register ist seit dem 15. September 2015 online. Eingeschlossen werden können schwangere Frauen mit einer gesicherten entzündlich-rheumatischen Erkrankung (z. B. Kollagenosen, Vaskulitiden, Rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritiden, autoinflammatorische Syndrome). Die Finanzierung erfolgt über beide Partner gemeinschaftlich. Das Rheumazentrum Rhein-Ruhr ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Regionalen Kooperativen Rheumazentren (AGRZ) in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), die eine bundesweit gute Versorgung Rheumakranker zum Ziel hat.

In Rhekiss dokumentieren Rheumatologen und Patientinnen parallel Daten zu Krankheit und Therapie, den Verlauf der Schwangerschaft und die Kindesentwicklung. Der Einschluss in das Register erfolgt unabhängig von einer medikamentösen Therapie und soll nach Möglichkeit bereits bei Äußerung eines konkreten Kinderwunsches oder während des ersten Drittels der Schwangerschaft erfolgen. Die Beobachtung dauert bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Kindes. Später soll das Register auch auf männliche Patienten mit entzündlich-rheumatischer Erkrankung ausgedehnt werden, deren Partnerin schwanger ist.

Ärzte und Patientinnen dokumentieren
- Krankheitsverlauf vor Empfängnis
- Krankheitsverlauf in der Schwangerschaft
- Krankheitsverlauf nach der Geburt
- Verlauf/Ausgang der Schwangerschaft
- Mütterliche oder kindliche Komplikationen während der Schwangerschaft
- Kindliche Entwicklung in den ersten beiden Lebensjahren.

Die Erhebung erfolgt durch ein komfortables, datenschutzrechtlich abgesichertes elektronisches Online-Befragungssystem für Ärzte und Patienten. Der Arzt dokumentiert in der Praxis, die Patientin separat, zum Beispiel zu Hause. Der Zeitaufwand wird durch den modularen Aufbau gering gehalten. Der Einschluss der Teilnehmerinnen erfolgt durch den behandelnden Rheumatologen.

"Das Register wird nur dann aussagefähige Ergebnisse erbringen, wenn viele Rheumatologinnen und Rheumatologen aktiv daran teilnehmen", betont Fischer-Betz. "Wir bitten daher alle Kolleginnen und Kollegen, die Patientinnen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft betreuen, aktiv am Register teilzunehmen." Informationen sind unter http://www.rhekiss.de zu finden. Um sich anzumelden reicht eine formlose E-Mail an rhekiss@drfz.de.


MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

Mehr Meldungen von der DGRh finden Sie unter: www.dgrh.de