Regulierungsproblem bei Telemedizin

Die Studie, in der wiederum 98 europaweite Studien analysiert wurden, soll helfen, grundsätzliche Entscheidungen zum weiteren Vorgehen beim Einsatz telemedizinischer Verfahren zu treffen. "Die meisten Krankenkassen und Krankenhäuser haben inzwischen erkannt, dass die Technologie des Patienten-(Fern)Monitorings richtig angewendet enormen Nutzen für die Patienten bringen kann. Unsere Arbeit spricht hier erstmals in einer europaweiten Betrachtung eine klare wissenschaftliche Sprache und liefert den wissenschaftlichen Beweis." führt Doktor Christian Elsner, Direktor des Zentrums für Healthcare Management, an.

In der Arbeit wurden auch jeweilige Rahmenfaktoren bewertet: Demnach besteht in fast allen europäischen Ländern eine ähnliche Problemlage. Da die Kostenerstattung nicht reguliert ist, bedeutet die Verwendung für Ärzte Verluste - obwohl die Technologie bei Einsatz in der Summe für alle Beteiligten Kosten einsparen und die Behandlungsqualität verbessern soll.

"Die Einführung der Telemedizin bei der Versorgung im Bereich von Schrittmachernachsorgen leidet derzeit europaweit an einem klassischen Regulierungsproblem. Im Grunde eine paradoxe Situation, da durch eine Kostenerstattung eine deutlich größere Menge an Geld an anderer Stelle eingespart werden könnte." erläutert Dennis Häckl, Studienleiter am Zentrum für Healthcare Management.

Neben der Studie wird daher am Zentrum auch ein Maßnahmenplan entwickelt, wie eine Einführung der Kostenerstattung mit verschiedenen Instrumenten und gezielten Regulierungen erfolgen kann. Das Zentrum für Healthcare Management kooperiert in diesem Bereich mit mehreren Partnern bei der Umsetzung neuartiger Kostenerstattungsmodelle. Erste Pilotanwendungen hierzu werden voraussichtlich Anfang 2009 vorgestellt werden.

MEDICA.de; Quelle: Handelshochschule Leipzig