Rehabilitation wird seltener anerkannt

Mit dem Inkrafttreten des Sozialgesetzbuchs II im Zuge der Hartz-IV-Reform hat sich dieser Trend verstärkt. Für Arbeitslosengeld-II-Empfänger wurde der Prozess der Anerkennung komplizierter. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Halle.

Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen haben Anspruch auf berufliche Rehabilitation. Diese Reha-Maßnahmen dienen der Eingliederung von Menschen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen in den Arbeitsmarkt. Die Förderung mit entsprechenden Reha-Maßnahmen setzt die Anerkennung des Rehabilitationsbedarfs durch die Bundesagentur für Arbeit voraus. Seit 2002 ist die Zahl der Anerkennungen deutlich gesunken.

Generell habe sich die Gesundheit der Deutschen in den letzten zehn Jahren verbessert, zitiert das IAB Ergebnisse aus der Gesundheitsberichtserstattung des Robert-Koch-Instituts. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Reha-Anerkennungen seien aber auch die veränderten Krankheitsbilder in der Bevölkerung.

Die Nürnberger Arbeitsmarktforscher weisen darauf hin, dass der klassische Reha-Fall nicht mehr der Handwerker mit Rückenleiden sei. Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Problemen. Diese sind häufig weniger augenscheinlich als körperliche Gebrechen und werden daher möglicherweise nicht oder erst vergleichsweise spät diagnostiziert.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)