Bild: Ein Gleis in einem Bahnhof 
Wenn Bahnhöfe leerer werden,
können Infektionskrakheiten ein-
gedämmt werden; © PixelQuelle.de

In einer Studie haben schwedische Forscher Infektions-Senarios simuliert und dabei untersucht welchen Einfluss Reisebeschränkungen auf die Verbreitung der Infektion hätten. Sie haben gezeigt, dass bei einem Verbot von Reisen an Orte, die weiter als 50 Kilometer entfernt sind, die Verbreitung der Infektion stark eingeschränkt werden könnte. Selbst wenn 30 Prozent der Bevölkerung sich nicht an das Verbot halten.

Martin Camitz vom schwedischen Institut für die Kontrolle von Infektionskrankheiten (Swedish Institute for Infectious Diseases Control) und Fredrik Liljeros von der Universität Stockholm simulierten die Verbreitung einer Infektion in Schweden. Sie benutzten dazu die Daten von 17.000 Personen, die zwei Monate lang alle Fahrten zwischen Städten registriert hatten, unabhängig vom Reiseziel, dem Grund für die Fahrt und dem Transportmittel. Die Autoren untersuchten dann Szenarios bei denen die Infektion in Stockholm ausbrechen würde und der Verkehr zwischen Städten danach eingeschränkt würde.

Die Ergebnisse der Simulationen zeigen, dass wenn die Reisefreiheit eingeschränkt wird, so dass alle Fahrten, die länger als 50 Kilometer sind, verboten werden, sich die Anzahl der infizierten Personen um 50 Prozent und die Menge der betroffenen Gemeinden um 80 Prozent verringern würde. Ein Verbot für Fahrten, die weiter als 20 Kilometer sind, würde die Verbreitung der Infektion noch mehr eindämmen. Die Auswirkung des Reiseverbots auf die Ausbreitung der Infektion wäre selbst dann noch wesentlich, wenn sich nur 30 Prozent der Personen daran halten würden.

Die Autoren schlussfolgern: „Das Modell und die Ergebnisse sind stabil und es gibt keinen Grund zu glauben, dass die Resultate nicht allgemein für jedes Land und jede Region anwendbar seien.“

MEDICA.de; Quelle: BioMed Central