Wissenschaftler berichteten auf dem 35. Jahreskongress der “Society of Critical Care Medicine” von neuen Ergebnissen der „US Trauma Trial“. An dieser Studie hatten 120 Patienten mit schweren Traumen teilgenommen. Aller erhielten nach der Einweisung innerhalb von zwölf Stunden sechs Einheiten Erythrozytenkonzentrat. Randomisiert wurde der Hälfte der Patienten danach rekombinanter Faktor VIIa dazu gegeben.

Es zeigt sich, dass die Mortalität unter dem rekombinanten Faktor VIIa deutlich geringer ist. Vorteile gibt es außerdem in Bezug auf die benötigten Blutkonserven. So benötigen Patienten unter rekombinantem Faktor VIIa bei stumpfen Traumen durchschnittlich 2,6 Einheiten weniger als andere Patienten. Bei penetrierenden Verletzungen ist es durchschnittlich eine Einheit weniger als unter Placebo.

Getestet wird rekombinanter Faktor VIIa auch bei intrakranialen Hämorrhagien. Eine Studie, die zur Zeit läuft, untersucht die 30-Tage-Mortalität nach Gabe von rekombinantem Faktor VIIa im Vergleich zu Placebo. Über das Ergebnis kann noch nichts Endgültiges gesagt werden. Es zeigen sich jedoch bestimmte Mortalitätsprädiktoren: nämlich das Volumen des Hämatoms, ein infratentorieller Sitz der Blutung und intraventrikuläre Hämorrhagien. Offenbar sind Blutungen von 30 Milliliter häufig noch gut zu verkraften. Ab 70 Milliliter ist die Blutung tödlich.

Die Wissenschaftler planen, 400 Patienten in ihre Studie aufzunehmen. Zur Zeit sind bereits 88 Patienten in der Untersuchung dabei. Randomisiert erhalten sie 40 oder 80 beziehungsweise 160 Mikrogramm pro Kilogramm rekombinanten Faktor VIIa oder Placebo. Bislang vergrößerte sich das intrazerebrale Blutvolumen unter Placebo um 29 Prozent und verringerte sich um 16 Prozent unter 40 Mikrogramm/kg beziehungsweise um vier Prozent in den anderen Gruppen.

MEDICA.de; Quelle: 35th Critical Care Congress of the Society of Critical Care Medicine Advances in Optimization of Coagulation: Managing Hard-to-Control Bleeding Disorders