In Traumaeinheiten gehören massive Blutverluste zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen von Todesfällen. rFVIIa ist ein natürlich vorkommendes Protein zur Blutkoagulation, das in den USA zur Behandlung der Hämophilie zugelassen ist. Manchmal wird es von Notfall- und Intensivmedizinern auch gegeben, um Blutverluste zu vermindern, wofür der Wirkstoff aber nicht zugelassen ist.

Nun haben US-amerikanische Wissenschaftler und Mediziner den Irak-Krieg zum Anlass genommen, um die Wirkung des rFVIIa bei massiven Blutverlusten zu testen. Ihre Ergebnisse stellten sie jetzt auf dem 38. Jahreskongress des "American College of Emergency Physicians (ACEP)" vor.

Zwischen Januar 2004 und Oktober 2005 (Gruppe 1) sowie zwischen April 2006 und September 2006 (Gruppe 2) begleiteten sie ein „Combat Support Hospital“ im Irak. In Gruppe eins hatten Soldaten und andere Verletzte, die mit schweren Blutverlusten eingeliefert wurden, zunächst vier Einheiten Blut erhalten, danach rFVIIa. In Gruppe zwei erhielten die Patienten bereits mit der ersten Bluteinheit rFVIIa. Die Patienten beider Gruppen unterschieden sich hinsichtlich der Schwere der Verletzung nicht signifikant voneinander. Die 24-Stunden-Überlebensrate in Gruppe eins betrug 86,3 Prozent, dagegen 97,2 Prozent in Gruppe zwei (p gleich 0.012).

Die Studienleiter geben zu, dass ihre Studie Schwächen hat. So war das Durchschnittsalter der Patienten in Gruppe zwei rund drei Jahre höher, außerdem wurden in Gruppe zwei mehr Blutpräparate verwendet als in Gruppe eins. Außerdem waren die Gruppen beide sehr klein und nicht randomisiert. Dennoch zeigten sich Experten beeindruckt von diesem Ergebnis, zumal es die erste Studie ist, die systematisch in einer Notfalleinheit durchgeführt wurde.

MEDICA.de; Quelle: American College of Emergency Physicians 38th Annual Scientific Assembly Abstract 1