Rekordumsatz der deutschen Medizintechnik

In 2015 konnten die rund 1.240 deutschen Medizintechnikhersteller ein Umsatzplus von 11,6 Prozent und damit einen Gesamtumsatz von 28,4 Milliarden € erwirtschaften. Nach Angaben des Industrieverbandes SPECTARIS lag das Inlandsgeschäft mit 9,2 Milliarden € um fast 13 Prozent über dem Vorjahresniveau.

24.03.2016

 
Foto: Stethoskop und Euroscheine

Die deutsche Medizintechnik-Industrie hat 2015 einen Rekordumsatz erzielt. Teilweise werden weitere Steigerungen erwartet; ©panthermedia.net/ mario7

Das Auslandsgeschäft konnte um 11 Prozent gesteigert werden und erreichte einen Wert von knapp 19,2 Milliarden €. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 4 Prozent auf rund 130.000 Mitarbeiter.

Der schwache Eurokurs, niedrige Ölpreise und eine weiterhin eher expansive Geldpolitik haben dabei die weltweite Nachfrage begünstigt. Daneben profitiert die Branche von der demografischen Entwicklung sowie von der Etablierung und Modernisierung der Gesundheitssysteme in den Schwellenländern. Im Inland führten Nachholeffekte und eine allgemein positive Verbraucherstimmung zu Zuwächsen. Aufgrund hoher Entwicklungsaufwendungen und einer weiter zunehmenden Komplexität der regulatorischen Anforderungen auf der einen Seite und den Kostendämpfungsmaßnahmen der Ausgabenträger in Deutschland und anderen entwickelten Ländern auf der anderen Seite bleibt die Ertragslage vieler Unternehmen aber weiterhin angespannt.

Auch zeigt sich angesichts der Vielfältigkeit der Medizintechnik, die Verbrauchsgüter bis hin zu Großgeräten der bildgebenden Diagnostik umfasst, abhängig vom jeweiligen Produktbereich ein sehr differenziertes Bild. So geht beispielsweise im Inland die Schere zwischen dem Mengenwachstum und Ertrag der Hilfsmittelindustrie aufgrund von Einsparmaßnahmen der Krankenkassen immer weiter auseinander.

Angesichts einer Exportquote von knapp 70 Prozent kommt dem Auslandsgeschäft eine hohe Bedeutung zu. Rund 40 Prozent der deutschen Medizintechnikausfuhren gehen aktuell in Länder der Europäischen Union. Daher war die robuste Nachfrageentwicklung in diesen Ländern (+9 Prozent) eine wichtige Basis für das Branchenwachstum. Daneben haben sich eine deutliche Belebung des Nordamerikageschäfts (+16 Prozent) sowie zweistellige Zuwächse in Asien (+16 Prozent) und anderen Schwellenländern aufgrund von Investitionen in das Gesundheitswesen positiv auf die Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr ausgewirkt. Das Russlandgeschäft (-25 Prozent) wird dagegen weiterhin als schwierig beurteilt.

Das aktuelle Ergebnis liegt deutlich über den früheren Erwartungen. Insbesondere das letzte Quartal 2015 zeigte sich wider Erwarten sehr positiv.

Auf das Jahr 2016 schauen die Unternehmen trotz einer vorhandenen Unsicherheit grundsätzlich optimistisch. Insgesamt wird ein erneutes, aber voraussichtlich schwächeres Umsatzwachstum als 2015 erwartet. Zuwächse werden insbesondere beim Auslandsumsatz gesehen. Trotz einer möglichen Verlangsamung der Marktentwicklung in China werden die Aussichten in Asien weiterhin als grundsätzlich gut bewertet. Auch beim Nordamerikageschäft rechnet man mit erneuten Zuwächsen.

MEDICA.de; Quelle: SPECTARIS e.V.

Mehr über SPECTARIS unter: www.spectaris.de