Alzheimer: Relevante Proteine entdeckt

21.03.2014
Foto: Nukleare Sphäre

Menschliche Zellen mit einer großen Menge an FE65 enthalten im Zellkern kugelige Strukturen, sogenannte nukleare Sphären; © RUB/Müller

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben zwei alzheimerrelevante Proteine entdeckt. Sie identifizierten bislang unbekannte Interaktionspartner des Proteins FE65, das eine zentrale Rolle für die Erkrankung spielt.

Wie Alzheimer entsteht, ist nach wie vor unklar. Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren aber Schlüsselproteine charakterisiert, die mit der Krankheit in Zusammenhang stehen. Eines davon ist APP, das amyloide Vorläuferprotein, das im Gehirn der Betroffenen schädliche Proteinablagerungen bildet. Das Protein FE65 steht in Zellen in direktem Kontakt mit APP und kann verschiedene Signalwege in der Zelle anstoßen. Zu diesem Zweck muss es mit weiteren Proteinen wechselwirken. Eine Reihe von potenziellen Interaktionspartnern hat ein Team um Dr. Thorsten Müller identifiziert.

Die Forscher hefteten das Protein FE65 an eine Matrix und inkubierten diese mit Hirngewebe von kürzlich verstorbenen Menschen, das sie für diesen Zweck entsprechend aufbereiteten. Potenzielle Interaktionspartner von FE65 blieben an der Matrix hängen und konnten näher untersucht werden. SV2A und SERCA2 entpuppten sich als Mitspieler von FE65. Das erste Protein ist wichtig für die Regulation des Kalziumhaushalts, welcher bei Alzheimerpatienten aus dem Gleichgewicht ist. Das zweite Protein ist entscheidend für die Bildung von kleinen Membranbläschen in der Zelle sowie für die Signalweiterleitung an den Kontaktstellen von Nervenzellen. Bislang war nicht bekannt, dass es im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit stehen könnte. „Wir haben schon seit Längerem unser Augenmerk auf die Rolle von FE65 in der Entstehung der Alzheimer-Krankheit gelegt“, sagt Müller. „Die neuen Erkenntnisse bestätigen uns darin, diesen Weg weiterzugehen. Die Arbeitsgruppe Morbus Alzheimer hat das große Ziel vor Augen, mögliche Ansatzpunkte für dringend benötigte Therapien aufzuzeigen.“

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum