Das zeigt eine Studie, die Psychologen der University of Washington in Seattle, USA, jetzt auf der Jahrestagung der American Psychological Association (APA) vorstellten. Zwischen 1999 und 2002 untersuchten sie Patienten über 35 Jahre, die sich an der „University of Michigan Health System (UMHS)“ in Ann Arbor, USA, einer Operation am Herzen unterzogen hatten. Es handelte sich dabei um keinen Notfalleinsatz und auch nicht um eine Herztransplantation. Hauptindikationen waren Bypassoperationen, Herzklappen-OP und Eingriffe an Aneurysmen.

Die Patienten unterzogen sich drei Interviews. Beim ersten Interview mehrere Wochen vor der Operation gaben sie Auskunft über verschiedene demographische Faktoren. Außerdem wurden sie nach ihrer generellen Religiosität gefragt und man erhob psychologische Daten, die Rückschlüsse auf das depressive Niveau beziehungsweise Angstniveau der Patienten zuließen. Im zweiten Interview wenige Tage vor der Operation ließen sich die Patienten nach ihrer Hoffnung und dem sozialen Support befragen. Im dritten Interview schließlich, das postoperativ geführt wurde, hat man die Patienten in Bezug auf Hinweise für Depressionen beziehungsweise Angststörungen untersucht.

Eine positive religiöse Einstellung machte die Patienten hoffnungsvoller und verbesserte den sozialen Rückhalt. Für negative Einstellungen galt das Gegenteil. Auch die postoperativen Werte in Bezug auf depressive Störungen oder Angstzustände waren bei den religiösen Menschen deutlich besser. Hier galt für religiöse eher negativ eingestellte Menschen ebenfalls das Gegenteil. Allerdings war der postoperative Stresslevel unabhängig von den religiösen Einstellungen der Patienten.

Die Studienleiter folgern daraus, dass man bei der medizinischen Forschung, gerade in Bezug auf Chirurgie, mehr Wert auf das Thema Religiosität legen solle.

MEDICA.de; Quelle: American Psychological Association (APA), 2006 Annual Convention Session 1262