Da die Ergebnisse der Totalendoprothetik des Hüftgelenks immer besser werden, besteht in der heutigen Zeit nur noch selten die Indikation zur Hüftarthrodese. Über längere Zeit entwickeln die Patienten aufgrund der Überlastung zumeist sekundäre degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule, der kontralateralen Hüfte oder des ipsilateralen Kniegelenks. Die degenerativen Veränderungen können zu so ausgeprägten Schmerzen führen, dass die Remobilisation des Hüftgelenks erforderlich wird.

In einer Studie wurde nun zwischen Januar 1985 und Dezember 2001 untersucht, wie sich bei 45 Patienten die Konversion einer früher durchgeführten Hüftarthrodese zur Hüftendoprothese entwickelte. 34 Patienten konnten durchschnittlich nach 77,5 Monaten nach der Remobilisation nachuntersucht werden. Die Indikation zur Remobilisation waren 21-mal Rückenbeschwerden und 13-mal ipsilaterale Kniebeschwerden.

Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Remobilisation betrug durchschnittlich 57,3 Jahre, das durchschnittliche Intervall zwischen Arthrodese und Remobilisation 30,4 Jahre. 29 von 34 (85 Prozent) der Patienten waren entweder schmerzfrei oder hatten nur geringgradige Schmerzen. An Komplikationen sah man eine persistierende Läsion des N. ischiadicus, zwei oberflächliche Wundinfektionen, zwei periprothetische Frakturen und zwei heterotope Ossifikationen IV mit erneuter Ankylose bzw. erheblicher Einschränkung der Beweglichkeit des Hüftgelenks. Eine Revision des Implantats war in vier Fällen erforderlich. Postoperativ zeigten sieben Patienten kein, elf ein leichtes und 17 ein deutliches Hinken. Bei einem Patienten trat eine rezidivierende Luxation auf.

MEDICA.de; Quelle: Der Orthopäde Vol. 34, S. 218-224