Resistenz gegen Chemotherapie überwinden

Foto: Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist oft die
letzte Therapiemöglichkeit für Krebs-
patienten; © NCI Visuals Online

Eine große Zahl der Krebsarten, wie der "Schwarze Hautkrebs", ist nahezu komplett widerstandsfähig gegen die Therapie. Wissenschaftler versuchen daher seit einigen Jahren, die verschiedenen Mechanismen der Resistenzentwicklung genauer zu verstehen, um diese dann gezielt blockieren zu können und die Krebszellen wieder empfindlicher für die Chemotherapie zu machen. Bisher ist allerdings noch kein Medikament erfolgreich in der Anwendung.

Forscher suchten jetzt nach einem Blocker für einen speziellen Weg, von dem bekannt ist, dass er nicht nur bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielt, sondern auch die beschriebene Chemotherapie-Resistenz auslöst: der NF-kappa-B-Weg. Solch einen neuen Blocker, der den gesamten Weg lahmlegt, haben sie auch gefunden: Krebszellen in Kultur, aber auch im Tiermodell wurden wieder empfindlich für die Chemotherapie.

In ihren Experimenten behandelten sie Tiere, die an Lungenkrebs erkrankt waren, einerseits entweder mit KINK-1 oder verschiedenen Zytostatika, andererseits mit einer Kombination aus einem Zytostatikum und KINK-1. Nur eine kombinierte Gabe war erfolgreich. Damit konnte die Bildung von Metastasen merklich reduziert und der Krebs behandelt werden.

Der neue Wirkstoff fungiert also nicht selbst als Chemotherapeutikum, sondern hilft nur, die Zellen wieder empfindlicher zu machen für das zusätzlich verabreichte Zytostatikum, also für die Chemotherapie. KINK-1 könnte also tatsächlich ein Mittel gegen die Chemotherapie-Resistenz sein. Wie bei jedem Medikament müssen jetzt aber erst die verschiedenen Stufen der präklinischen und klinischen Studien durchlaufen werden.

MEDICA.de; Quelle: Rudolf-Virchow-Zentrum