Resorbierbares Implantat gegen Herzfehler

Ein Blick ins Herzkatheterlabor
der Uni Göttingen
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Bis vor wenigen Jahren wurden solche Defekte in einer Operation am offenen Herzen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verschlossen. Inzwischen erfolgt der Verschluss oft mit Hilfe eines Herzkatheters, der ein Implantat in den Defekt einsetzt.

Alle bislang kommerziell verfügbaren Implantate zur Behebung der Herzscheidewanddefekte sind ausschließlich aus nicht resorbierbaren Materialien gefertigt. Sie bleiben dauerhaft im Körper des Patienten, wachsen jedoch vollständig in körpereigenes Gewebe ein, das schon nach wenigen Monaten die verschließende Funktion des Implantates übernimmt.

Obwohl das Implantat also schon nach kurzer Zeit überflüssig wird, bleibt es erhalten und kann den Körper mit Nebenwirkungen belasten. Dazu zählen die fehlende Anpassung an das Wachstum der kindlichen Patienten, chronischer Fremdkörperreiz, das erhöhte Risiko einer Blutpfropfbildung und Ermüdungsbrüche der Metallanteile.

Das innovative Implantat hingegen dient nur als temporäres Verschlusssystem, weil es sich nach dem Einheilen und Überwachsen mit körpereigenem Gewebe auflöst. Die neuartigen Implantate sollen im Spritzgießverfahren vom Aachener Institut für Kunststoffverarbeitung hergestellt werden. Danach muss das Material erheblichen mechanischen Belastungen standhalten und durch einen Katheter mit einem Durchmesser von drei bis fünf Millimeter geführt werden.

Da dieser im Durchmesser wesentlich kleiner ist als der bis zu 40 Millimeter große zu verschließende Defekt, muss das Implantat den Katheter in gefaltetem oder komprimiertem Zustand passieren. Anschließend muss das Implantat im Defekt vollständig aufgefaltet werden, damit es ihn verschließt.

Die erfolgreiche Umsetzung des Forschungsvorhabens hat eine deutliche Verbesserung der Therapie von Defekten der Herzscheidewand zur Folge.

MEDICA.de; Quelle: Georg-August-Universität Göttingen