Eine Arbeitsgruppe um Dr. Michelle M. Mielke von der Johns Hopkins University, Baltimore, USA, hat den Zusammenhang zwischen dem Spiegel des Gesamt-Cholesterins beziehungsweise der Triglyzeridspiegel und dem Risiko einer Demenz in Schweden untersucht.

Bei 392 Studienteilnehmern der Geburtsjahrgänge 1901 und 1902 waren im Alter von 70 Jahren und dann im mehrjährigen Abstand verschiedene neuropsychiatrische, anthropometrische und blutspezifische Parameter erhoben worden. Konkret analysiert wurde dann der Zusammenhang zwischen erhöhtem Cholesterinspiegel im Alter von 70, 75 und 79 Jahren sowie dem Auftreten einer Demenz im Alter zwischen 70 und 88 Jahren. Insgesamt 4.091 Personenjahre flossen in diese Analyse ein. Während dieser Zeit entwickelte sich bei 93 Personen eine Demenz.

Offenbar gibt es einen signifikanten negativen Zusammenhang zwischen der Höhe der Cholesterinspiegel und dem Demenzrisiko: Bei erhöhten Cholesterinspiegeln im Alter von 70 Jahren sank das Risiko einer Demenz um 23 Prozent (p gleich 0.02). Waren die Cholesterinwerte auch im Alter von 75 Jahren erhöht, sank das Risiko sogar um 30 Prozent (p gleich 0.01). Bei 79jährigen mit erhöhtem Cholesterinwert war das Risiko um 27 Prozent geringer (p gleich 0.04).

Dieser Benefit des Cholesterins zeigte sich am deutlichsten in der höchsten Quartile des Cholesterinwertes. 70jährige Personen mit einem Cholesterinwert von 8,03 bis 11,44 mmol/l haben ein 69 Prozent geringeres Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Die Höhe der Triglyzeridspiegel hat keinerlei Einfluss auf das Demenzrisiko.

Das überraschende Ergebnis dieser Studie steht im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, die gezeigt haben, dass Menschen mittleren Lebensalters mit hohen Cholesterinspiegeln ein erhöhtes Demenzrisiko haben. Warum die aktuelle Studie das Gegenteil zeigt, ist nicht klar.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2005, Vol. 64, S. 1689-1695