Rheuma frühzeitig erkennen

Foto: Hand einer Rheumapatientin

Hand einer Rheuma-Patientin,
45 Sekunden nach der Injektion des
Kontrastmittels; © PTB

Ihr optisches Rheuma-Bildgebungsverfahren arbeitet mit einem Fluoreszenz-Farbstoff, der von nah-infrarotem Licht angeregt wird, und ist unschädlich. Mit dem Verfahren können Rheumaherde früher als mit einem Röntgengerät und preiswerter als mit einem Kernspintomographen entdeckt werden.

Zuerst leuchten die Fingerspitzen, dann wandert das Kontrastmittel in Richtung des Handgelenkes weiter, vor den Augen von Patient und Arzt. Sammelt sich der Farbstoff an bestimmten Gelenken, dann ist das für den Arzt ein Hinweis auf einen Rheumaherd. Wenige Minuten dauert die Untersuchung, sie ist schmerz- und nebenwirkungsfrei. Denn das Nahinfrarotlicht, das den Farbstoff zum Leuchten anregt, ist nicht mehr sichtbar und dringt daher deutlich weiter in den Körper ein als sichtbares Licht.

Trifft es im Körper auf ein Farbstoffmolekül, dann beginnt dieses zu leuchten und verrät so den Ort, an dem es sich gerade aufhält. Da der zurzeit noch verwendete Farbstoff passiv mit dem Blut mitschwimmt, liefert eine hochempfindliche, bildhafte Detektion des Fluoreszenzlichtes Aufschluss über die Stärke der Durchblutung am jeweiligen Ort. In einem Rheumaherd ist die Durchblutung höher als in gesundem Gewebe.

Für Rheumapatienten könnte eine bessere Diagnostik zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Und gleichzeitig könnten Kosten gesenkt werden. Auf chronische Krankheiten wie Rheuma werden rund 75 Prozent aller Gesundheitskosten zurückgeführt.

MEDICA.de; Quelle: Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)