Man weiß recht genau, wie viele aller Frauen mit einer rheumatoiden Arthritis auch an Osteoporose erkranken. Bei Männern ist die Datenlage dagegen sehr dünn. In einer spanischen Studie am L'Hospitalet de Llobregat, Barcelona, Spanien, sollte daher nun diese Frage geklärt werden.

Die Mediziner analysierten die Daten von 187 Männern mit rheumatoider Arthritis, die zwischen Januar 1991 und Dezember 2004 an diesem Krankenhaus behandelt worden waren. Dabei bezogen sie sich auf die Kriterien der World Health Organization (WHO) und der International Society for Clinical Densitometry (ISCD). Die meisten Männer waren über 50 Jahre alt. Man erhob verschiedene demographische Daten von ihnen und untersuchte sie mit Hilfe der „Dual X-ray absorptiometry“.

Die Knochendichte war bei den betroffenen Männern sowohl in den lumbalen Rückenwirbeln als auch im Femurhals signifikant geringer als in der Normalbevölkerung. Die WHO hat eine Schwelle der Knochendichte definiert, gemäß der bei postmenopausalen Frauen eine Osteoporose vorliegt. Gemäß dieser Kriterien lag bei 13 Prozent der Männer im Lumbalwirbel eine Osteoporose vor und bei zwölf Prozent der Männer im Femurhals. 21 Prozent der Männer hatten an mindestens einer der untersuchten Stellen verminderte Knochendichte, die als Osteoporose gelten muss.

Gemäß der ISCD-Kriterien lag die Häufigkeit einer Osteoporose bei 13 Prozent, 14 Prozent beziehungsweise 23 Prozent. Die entsprechenden Daten für Frauen mit rheumatoider Arthritis unter niedrig-dosierten Kortikosteroiden sind 34 Prozent, 34 Prozent und 47 Prozent.

Warum Männer mit rheumatoider Arthritis seltener an einer Osteoporose leiden als Frauen, ist nicht bekannt. Die Studienleiter schlagen aber vor, die Kriterien für das Vorliegen einer Osteoporose geschlechtsspezifisch zu verändern.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Rheumatology 2006, Vol. 33, S. 1472-1475