Eines von sechs Paaren ist von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. In 18 bis 30 Prozent dieser Fälle sind ovulatorische Probleme an dieser Infertilität zumindest mitbeteiligt. Eine ungewollte Kinderlosigkeit kann man zwar gut behandeln, die Methoden der künstlichen Befruchtung sind jedoch teuer und aufwändig. Daher liegt die Frage nahe, ob Frauen nicht auch durch eine gesunde Diät, die Chance einer Befruchtung erhöhen könnten.

Genau dies hat nun eine Arbeitsgruppe der Harvard School of Public Health in Boston, Massachusetts in den USA untersucht. Die Wissenschaftler konnten sich dabei auf das Datenmaterial der „Nurses’ Health Study II“ stützen. 17.544 Frauen dieser Studie, die nicht an Infertilität gelitten hatten, dienten als Datenbasis. Alle Frauen versuchten, während der Beobachtungszeit von acht Jahren schwanger zu werden. Alle Frauen füllten zudem in regelmäßigen Abständen einen Frageboden aus, indem sie unter anderem Auskunft über ihre Ernährung gaben.

Offenbar gibt es eine „ovulationsfreundliche Diät“. Dazu gehören unter anderem ein hoher Anteil einfach-ungesättigter Fettsäuren statt Trans-Fettsäuren, ein hoher Anteil an pflanzlichen anstatt tierischen Proteinen, Kohlenhydrate mit einem geringen glykämischen Index, Milchprodukte, Multivitaminpräparate und eine hohe Eisenaufnahme aus pflanzlichen und tierischen Quellen.

Frauen, die einen solchen Ernährungsstil pflegen, haben ein deutlich geringeres Risiko für ovulatorische Probleme als Frauen mit einem völlig anderen Ernährungsstil. In Zahlen: Jene Frauen, die in der obersten Quintile dieser „ovulationsfreundlichen Diät“ liegen, haben ein relatives Risiko von 0,34 für Infertilität aus ovulatorischen Gründen.

Bei Frauen, die sich nicht nur gesund ernähren, sondern auch ein gesundes Gewicht haben und Sport treiben, ist das Risiko ovulatorischer Störungen noch niedriger.

MEDICA.de; Quelle: Obstetrics & Gynecology 2007, Vol. 110, S. 1050-1058