Die wichtigsten Risikofaktoren für eine Alzheimer-Demenz sind Alter und das Vorliegen eines ApoE-epsilon4-Allels. Beides kann man nicht ändern. Allerdings könnte man durch Ernährung diese Risiken abmildern. Dies dachten sich Mediziner des "Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM)" in Bordeaux, Frankreich. Sie nutzten Daten der "Three-City-Cohort", zu der 8.085 Menschen im Alter über 65 Jahre aus drei französischen Städten gehörten. Keiner der Beteiligten hatte zu Beginn der Untersuchung eine Demenz.

Die Studie begann 1999 und in den folgenden Jahren wurden alle Probanden mindestens einmal nachuntersucht. Während des Nachbeobachtungszeitraums traten 281 Fälle einer Demenz auf. In 183 Fällen war es eine Demenz vom Alzheimer-Typ.

Die Studienteilnehmer hatten während der Studie Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten gegeben, so dass man Beziehungen zwischen den Nahrungsgewohnheiten und dem Risiko einer Demenz herstellen konnte.

Demnach senkt täglicher Verbrauch von Gemüse und Früchten das Demenz-Risiko signifikant um bis zu 28 Prozent. Wer einmal in der Woche Fisch isst, kann sein Demenzrisiko ebenfalls senken, aber nur wenn er kein ApoE-epsilon4-Allels trägt, und zwar um 40 Prozent. Das Risiko einer Alzheimer-Demenz sinkt dann um 35 Prozent.

Weniger deutlich und grenzwertig signifikant ist der Genuss von Nahrungsmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind wie zum Beispiel Walnussöl. Allerdings gibt es auch einen gegenteiligen Effekt bei Omega-6-Öl, wenn der Esser keine Omega-3-Fettsäuren oder Fisch zu sich nimmt und das ApoE-epsilon4-Allel nicht trägt: In solchen Fällen kann das Demenzrisiko sogar um das Doppelte ansteigen. Omega-6-Fettsäuren sind zum Beispiel in Sonnenblumenöl oder Traubenkernöl enthalten.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2007, Vol. 69, S. 1921-1930