Richtiges Aufwärmen schont Knie und Gelenk

Erst warmmachen, danach kann es
auch ruhig zur Sache gehen
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Studien aus Skandinavien zeigen, dass Sportverletzungen bis zu 19 Prozent aller akuten Verletzungen ausmachen, die in Notfallaufnahmen eingeliefert werden. Die häufigsten Sportverletzungen betreffen Knie und Gelenke.

Oft ist das vordere Kreuzband in Mitleidenschaft gezogen, vor allem bei Sportarten wie Fußball, Basketball oder Handball. Besonders gefährdet sind Frauen. Verletzungen dieser Art verheilen mitunter sehr langsam oder haben gar Langzeitfolgen. Es wäre also wichtig, Strategien zu finde, um solche Verletzungen zu vermeiden.

In einer Studie wurde nun der Nutzen eines speziellen Aufwärmtraining untersucht, um Sportverletzungen am Knie und an den Gelenken zu verhindern. Teilnehmer waren 1.837 Handball-Spieler: 808 Frauen und 150 Männer in der Interventions- und 778 Frauen sowie 101 Männer in der Kontrollgruppe.

Das Training bestand aus einem strukturierten Programm zum Aufwärmen, das die Laufeigenschaften und die Landung nach einem Sprung verbessert. Auch die neuromuskuläre Balance und Stärke wurde dadurch positiv beeinflusst. Die vier verschiedenen Übungs-Sets waren von ansteigender Schwierigkeit. Überwacht wurden die Übungen von speziellen Trainern und Physiotherapeuten.

Während einer Saison von acht Monaten traten 129 akute Knie- oder Gelenkverletzungen auf. 81 davon in der Kontrollgruppe (0,9 Verletzungen pro 1.000 Spielerstunden: 0,3 während des Trainings und 5,3 während der Spiele) und 48 Verletzungen in der Interventionsgruppe (0,5 Verletzungen pro 1.000 Spielerstunden: 0,2 während des Trainings, 2,5 während der Spiele). Damit sank das Risiko einer Knie- oder Gelenkverletzung durch das strukturierte Aufwärmprogramm um 47 Prozent. Und zwar völlig unabhängig vom Geschlecht.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 449