Durch den breiten Einsatz von Antibiotika hat Staphylococcus aureus Resistenzen gegen die Standardantibiotika Oxacillin bzw. Methicillin gebildet. Auch in der ambulanten Praxis häufig eingesetzte Chemotherapeutika wie Fluorchinolone sind gegenüber diesem Erreger in der Regel nicht wirksam. Die Resistenz schränkt so die Behandlungsmöglichkeiten im Einzelfall erheblich ein und begünstigt ihrerseits die weitere Verbreitung. Besondere Risiken bedeuten MRSA vor allem in chirurgischen Intensivstationen.

Von 1995 bis 2001 gab es nach einer Untersuchung der Paul-Ehrlich-Gesellschaft einen Anstieg des Anteiles von MRSA an allen Staphylococcus-aureus-Isolaten von 8 auf 20 Prozent. Die Häufigkeit von MRSA ist in Spanien, Portugal, Frankreich, England und Italien schon deutlich höher. Die niedrigen MRSA-Raten in den Niederlanden und in Skandinavien (weniger als zwei Prozent) zeigen dagegen, dass eine konsequente Umsetzung von MRSA-Präventionsstrategien in der Lage ist, die Ausbreitung einzudämmen. Dies zahlt sich auch betriebswirtschaftlich aus, weil die hohen, mit dem MRSA-Problem verbundenen Kosten für Therapie und Pflege der Patienten sinken. In Deutschland zeigen mehrere Erhebungen, dass die Häufigkeit von MRSA in Krankenhäusern sehr unterschiedlich ist.

Richtlinien zur Prävention und Kontrolle von MRSA liegen in Form von Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI vor. Sie basieren auf vier grundlegenden Strategien: die Erfassung des Problems durch Diagnostik und Bewertung der Befunde, die strikte Umsetzung etablierter Hygienemaßnahmen, die "Sanierung" von MRSA-Trägern und dem kontrollierten Einsatz von Antibiotika.

MEDICA.de; Quelle: Bundesgesundheitsblatt 2005, Vol. 48, Nr. 2