Risikoärmere Diagnose für Schaufensterkrankheit

Photo: Gehende Beine

Schmerzen in den Beinen sind
die typischen Zeichen der
Schaufensterkrankheit; © SXC

Wegen Schmerzen in den Beinen müssen die Betroffenen der Schaufensterkrankheit zu Fuß oft anhalten. Aus Scham oder zur Ablenkung erfolgen diese Stopps häufig an Schaufenstern, daher der Name.

Die Verengungen der Beinarterien schränken die Blutversorgung der Muskulatur ein. Durch radiologische Verfahren lassen sich diese Blockaden sichtbar machen. Häufig angewandt wird die digitale Substraktions-Angiographie (DAS). Dabei schieben die Ärzte einen Katheter in die betroffene Beinarterie. Indem sie nun über den Katheter ein Kontrastmittel geben, können sie Lage und Ausmaß der Verengung im Röntgenbild sichtbar machen.

Das Problem dabei: „Die Methode ist nicht ganz ungefährlich“, betont Studienleiter Winfried A. Willinek. „Beispielsweise kann der Katheter Ablagerungen von der Arterienwand schaben. Diese können dann mit dem Blutstrom in andere Gefäße gelangen und sie verschließen. Das kann lebensgefährlich werden.“

Als Alternative bietet sich die Injektion des Kontrastmittels in die Vene an. Der Blutstrom schwemmt das gegebene Mittel zur betroffenen Arterie. Wenn es dort die Engstelle passiert, wird diese im Kernspin-Tomographen sichtbar. Allerdings verdünnt sich das Kontrastmittel bei seinem Weg durch den Körper. Die Bilder wirken "verwaschen". "Dazu kommt, dass die Nieren das Kontrastmittel schnell wieder herausfiltern“, ergänzt Willinek. „Nur bei der ersten Passage durch den Engpass entstehen brauchbare Aufnahmen.“

Willinek hat daher zusammen mit Kollegen aus der Gefäßchirurgie ein neuartiges Kontrastmittel erprobt. Die Substanz bindet reversibel an das Blutprotein Albumin und bleibt so weitaus länger im Körper, bevor es von den Nieren herausgefischt wird. Auf diese Weise werden gewissermaßen längere „Belichtungszeiten“ möglich. Die so erzielbaren Aufnahmen sind somit weitaus kontrastreicher.

Die Forscher haben das neue Kontrastmittel an 27 Patienten erprobt. Dabei untersuchten sie insgesamt 334 arterielle Segmente. „In jedem einzelnen Fall kamen wir dabei mit der neuen Methode zum selben Ergebnis wie mit der DSA“, resümiert Willinek. Zum Vergleich testeten die Ärzte auch das herkömmliche Verfahren mit venöser Kontrastmittelgabe. Hier betrug die Übereinstimmung mit der DSA nur 87 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn