Risikoärmere Immuntherapeutika auf dem Weg

Diesen Fortschritt in der Entwicklung neuer Immuntherapeutika hat die Gruppe von Prof. Falk Nimmerjahn an der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Erlangen erreicht. Die Wissenschaftler kamen den letzten noch fehlenden Einzelheiten in der molekularen Struktur auf die Spur, die für die Wirksamkeit des Medikaments ausschlaggebend sind. Die Behandlung von Autoimmunkrankheiten verspricht dadurch besser und sicherer zu werden.

Eine steigende Anzahl von Menschen ist von chronischen Autoimmunerkrankungen betroffen, bei denen es zur Zerstörung von gesundem Gewebe durch das eigene Immunsystem kommt. Eine hocheffiziente Therapieform für eine Vielzahl von Autoimmunerkrankungen ist die intravenöse Gabe von hochdosierten Immunglobulinen (IVIG-Therapie). Dieses Medikament wird aus dem Serum vieler tausend gesunder Blutspender gewonnen. Aufgrund der großen Nachfrage kommt es jedoch häufig zu Engpässen in der Verfügbarkeit. Weiter besteht bei der Gewinnung eines Medikamentes direkt aus menschlichem Serum immer eine geringe Gefahr an Verunreinigungen mit bisher unbekannten Erregern.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnten die Forscher erstmalig die genaue molekulare Zusammensetzung identifizieren und rekonstruieren. Es gelang ihnen, im Reagenzglas ein aktives Therapeutikum herzustellen, das im Tierversuch genauso effektiv wie klassisch gewonnenes IVIG in der Lage war, Autoimmunerkrankungen zu unterdrücken.

Diese Versuche lassen hoffen, dass Engpässe in der Verfügbarkeit dieses wichtigen Medikamentes in Zukunft umgangen werden können und dass bisher vorhandene Nebenwirkungen, die mit der Verwendung primären menschlichen Serums einhergehen, vermieden werden können.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg