Risiko-Gene identifiziert

Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) untersuchten die genetische Information von über 1.500 Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine, RLS)-Patienten und verglich sie mit der Erbinformation von mehr als 2.500 gesunden Probanden. Die Wissenschaftler suchten dabei nach kleinsten Abweichungen im Erbgut, sogenannten SNPs, bei denen nur ein einzelner Gen-Buchstabe vertauscht ist.

"Wir entdeckten so genetische Varianten auf den Chromosomen 2, 6 und 15, die das Risiko an RLS zu erkranken, jeweils um mehr als 50 Prozent erhöhen", erklärt Thomas Meitinger vom GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München. In den betroffenen Regionen liegen die Gene MEIS1, BTBD9 und LBXCOR1, die während der embryonalen Entwicklung an der Ausbildung der Beine und des Nervensystems beteiligt sind.

Die Erkenntnis, dass diese Gene auch bei der Entstehung des RLS eine Rolle spielen, eröffnet völlig neue Wege für die weitere Ursachenforschung und die Entwicklung innovativer Therapieansätze. "Bisher war völlig unklar, wodurch das Restless-Legs- Syndrom ausgelöst wird", so Meitinger. "Unsere Ergebnisse zeigen eindeutig, dass es genetische Risikofaktoren gibt, die in Kombination für diese Krankheit verantwortlich sind."

Das RLS gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Die Häufigkeit ist altersabhängig. Zehn Prozent der über 65-Jährigen kennen diese Beschwerden. Die Betroffenen spüren abends und nachts, wenn sie zur Ruhe kommen, ein Ziehen und Reißen oder andere unangenehme Gefühle in den Beinen. Durch Bewegung oder Umhergehen können diese Beschwerden zwar gelindert werden, doch in der Ruheposition sind die Symptome dann wieder vorhanden. Die Folge können schwere Ein- und Durchschlafstörungen, chronischer Schlafmangel und eine damit verbundene Tagesmüdigkeit sein. In schweren Fällen können die Beschwerden zu Depressionen und sozialer Isolation führen.

MEDICA.de; Quelle: Projektträger im DLR