Blut: Risiko-Rechner für Venenthrombosen

19/08/2013
Foto: Blutverklumpung

Bei Menschen, die eine Thrombose oder Lungenembolie überlebt haben, besteht die Gefahr, dass sich dieses Ereignis wiederholt; © pantherme-
dia.net/Sebastian Kaulitzki

Eine Venenthrombose, einen Gefäßverschluss in einer Vene, kann eine Lungenembolie zur Folge haben. Dabei löst sich das Gerinnsel in den Venen und wandert über die Blutbahn in die Lunge, wo es die Gefäße verstopft. Jetzt haben Forscher der Medizinischen Universität Wien einen „Risikorechner“ entwickelt, mit dem diese Gefahr besser eingeschätzt werden kann.

Das neue Vorhersagemodell (Vienna Prediction Model), wird an der Gerinnungsambulanz der Universitätsklinik für Innere Medizin I verwendet und basiert auf drei entscheidenden Faktoren: „Das Geschlecht des Patienten, die Stelle, wo die Thrombose stattgefunden hat, und ein Biomarker namens D-Dimer“, erklärt Sabine Eichinger-Hasenauer.

D-Dimere sind Spaltprodukte von Proteinen. Der D-Dimer-Spiegel im Blut hat eine große Bedeutung in der Diagnose bzw. zum Ausschluss von tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien, aber auch zu Vorhersage des Risikos für das Wiederauftreten der Erkrankung.

Das neuerliche Auftreten einer Venenthrombose oder Lungenembolie kann nur durch eine intensive Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten verhindert werden. Vielen Patienten wird daher zu einer Dauertherapie geraten. Diese Behandlung bedeutet jedoch eine tägliche, unter Umständen sogar lebenslängliche Einnahme von Medikamenten, wobei auch die große Gefahr von Blutungen, auch mit Todesfolge, besteht.

Mithilfe des jetzt in einer der weltweit größten Thrombosestudien der Austrian Study on Recurrent Venous Thromboembolism (AUREC) ermittelten Risiko-Rechners ist es möglich, die Dauer der Behandlung besser einschätzen – und verkürzen – zu können sowie die Gefahr für eine Wiederholung der Thrombose bzw. Embolie besser prognostizieren zu können. Dadurch sind kürzere Therapien mit gerinnungshemmenden Medikamenten möglich und damit eine Verringerung des Blutungsrisikos.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Wien