Dr. John Ratliff, Dozent für neurologische und orthopädische Chirurgie an der Medizinischen Fakultät der Thomas Jefferson Universität in Philadelphia, untersuchte 332 Wirbelsäulenoperationen im Lenden- und Brustwirbelbereich, die aufgrund von degenerativen Erkrankungen stattfanden. Er fand heraus, dass 71 Prozent der Patienten übergewichtig waren, darunter waren 39 Prozent adipös. Das sind Zahlen, so sagte er, die sich nicht wesentlich von denen in der allgemeinen U.S. Bevölkerung unterscheiden. Das war überraschend, sagt er, denn „es wäre durchaus plausibel gewesen zu denken, dass mehr Menschen, die eine Wirbelsäulenoperation benötigen, übergewichtig oder adipös sind, obwohl die Beweislage in der medizinischen Literatur unklar ist. Wir wissen nicht wirklich ob Adipositas zu Rückenschmerzen beiträgt“.

Doch Dr. Ratliff fand eine höhere Anzahl von Komplikationen wie Blutgerinnsel, Wundinfektionen, Herzprobleme und tiefe Venenthrombosen bei extrem übergewichtigen oder adipösen Patienten. „Wir haben festgestellt, dass die Komplikationen in direktem Zusammenhang mit dem Ausmaß an Fettleibigkeit standen“, sagte er. „Nicht nur, dass Fettleibigkeit die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen erhöht. Je schwerer die Adipositas ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass zu der Zeit der Operation etwas schief läuft.“

Nicht-fettleibige Patienten haben eine etwa 14prozentige Komplikationsrate. Aber bei denjenigen, die einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher haben, steigt die Häufigkeit auf bis zu 20 Prozent. Ein BMI von 40 erhöhte die Komplikationsrate auf 36 Prozent. Diese Ergebnisse sind nicht überraschend, sagte der Mediziner, aber bisher hat es noch niemand in der medizinischen Fachliteratur für Wirbelsäulenoperationen aufgezeigt, und es ist auch noch nicht in anderen chirurgischen Bereichen wie etwa der Herzchirurgie bewiesen worden.

MEDICA.de; Quelle: Thomas Jefferson University