Risikobereitschaft bedingt Unternehmenserfolg

Neu gegründete Unternehmen halten sich einer aktuellen Studie zufolge gerade dann lange am Markt, wenn die Gründer eine mittlere Risikobereitschaft aufweisen. Zu risikoscheue oder aber besonders risikofreudige Unternehmer scheitern häufiger.

Die Forscher untersuchten Daten von Personen, die im Untersuchungszeitraum 2000 bis 2005 unternehmerisch tätig waren. Es wurden mehr als 7.000 Einzeldaten auf jährlicher Basis über das Verhalten von Selbstständigen erhoben. In über 700 Fällen schieden Personen aus der Selbstständigkeit aus.

Um eine Einordnung des Risikoverhaltens zu ermitteln, sollten die Befragten ihre Risikobereitschaft auf einer Skala von 0 bis 10 einschätzen und angeben, welchen Anteil eines fiktiven Lottogewinns von 100.000 Euro sie riskant anlegen würden. Danach wurden sie in drei Kategorien eingeteilt: risikoscheu, mittlere Risikobereitschaft und risikofreudig. Unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie der Dauer der Selbstständigkeit ermittelten die Wissenschaftler für jede Gruppe die Wahrscheinlichkeit für das Ausscheiden aus der Selbstständigkeit.

Sowohl für die Gruppe der besonders risikoscheuen als auch die der besonders risikobereiten Selbstständigen ergeben die Berechnungen eine Wahrscheinlichkeit von 12,5 Prozent, im Folgejahr aus der Selbstständigkeit auszuscheiden. Bei Firmeneignern mit mittlerer Risikobereitschaft liegt sie bei etwa 7,5 Prozent.

Diese Ergebnisse werden damit erklärt, dass bei einer sehr riskanten Geschäftsidee mit dem erwarteten Ertrag auch die Gefahr des Misserfolgs steigt. So sind die Gewinnerwartungen in der Hightech-Branche sehr hoch – Geschäftsideen können sich am Markt aber häufig nicht bewähren.

Demgegenüber verfügen risikoscheuere Selbstständige zwar über geringere Ertragsaussichten, setzen sich aber auch einer geringeren Gefahr des Scheiterns aus. Sehr risikoscheue Unternehmer wären als Angestellte oft besser gestellt. Denn relativ sichere Projekte mit geringem erwartetem Ertrag lohnen sich oft nicht. Diese Erkenntnis reift aber oft erst nach dem Schritt in die Selbstständigkeit und führt in dieser Gruppe zu der erhöhten Aufgabequote.

MEDICA.de; Quelle: Institut zur Zukunft der Arbeit