Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter in Deutschland. Jedes Jahr erleiden hierzulande mehr als 150.000 Menschen erstmals einen Schlaganfall, davon versterben rund 40 Prozent binnen eines Jahres. Fast zwei Drittel der Patienten, die einen Schlaganfall überleben, sind behindert und auf fremde Hilfe angewiesen.

Effektive und zielgerichtete Aufklärung über Risiken und Symptome des Schlaganfalls könnte viele Schlaganfälle verhindern oder seine Folgen mindern.

An einer schriftlichen Befragung zu den Risikofaktoren des Schlaganfalls beteiligten sich nun 28.090 von 75.720 zufällig ausgewählten Berliner Bürgern im Alter von über 50 Jahren. 32 Prozent kannten keinen einzigen Risikofaktor, zehn Prozent nannten einen, 20 Prozent zwei, 25 Prozent drei und 13 Prozent vier richtige Risikofaktoren. Dabei waren Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht die am häufigsten erwähnten Risikofaktoren, während Diabetes und Herzerkrankungen weniger bekannt waren. Die wichtige Kenntnis, dass ein Schlaganfall sehr ähnliche Ursachen haben kann wie ein Herzinfarkt, war nicht weit verbreitet. Zudem waren potentiell gefährdete Gruppen, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten, nicht zwangsläufig besser informiert als jene mit geringerem Risiko.

Besser informiert waren Menschen mit einem geringeren Alter, einem höheren Bildungsstand, der deutschen Staatsangehörigkeit und wenn die Befragten in einem Mehrpersonenhaushalt lebten. Außerdem waren Teilnehmer besser über Risikofaktoren informiert, wenn sie die Information innerhalb des letzten Jahres erhalten hatten. Die überwiegende Mehrheit bezog ihre Informationen aus den Massenmedien (82 Prozent), gefolgt von Familien und Freunden (45 Prozent) und Hausärzten (20 Prozent).

MEDICA.de; Quelle: Stroke 2006; Vol. 37, S. 946-950