Robbie, bitte übernehmen Sie

Foto: Pfegehelfer-Roboter

Der Roboter bietet den Pflegeheim-
bewohnern zum Beispiel regelmäßig
Flüssigkeit an; ©Fraunhofer IPA

Frau Petrova wäscht die Senioren, füttert sie, wechselt Verbände und versorgt sie im Notfall. Regelmäßig dokumentiert sie ihre Tätigkeit. Obwohl die Arbeit körperlich anstrengend ist, kann sie sich nicht vorstellen, einen anderen Beruf auszuüben. Bisher gehören auch einfache Routinetätigkeiten zu ihren Aufgaben, wie zum Beispiel Hol- und Bringdienste. Entlastung schaffte im vergangenen Monat ein Roboter zur Pflegeunterstützung. Mithilfe seines Navigationssystems fährt er zielsicher von Station zu Station und übernimmt Transporte wie die Lieferung von Post, Wäsche oder neuer Getränke. Bedienen lässt sich der Helfer einfach über den am Roboter angebrachten Touchscreen oder über das Smartphone.

Der Roboter unterstützt das Pflegepersonal bei der Versorgung der Senioren mit Getränken: In den Aufenthaltsräumen verteilt er Wasser an diejenigen Bewohner, die noch nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen haben. Die notwendigen Informationen zur Identifikation einzelner Senioren und deren bisheriger Flüssigkeitsaufnahme lädt er dabei über eine verschlüsselte Funkverbindung aus einer Datenbank, in der sowohl der automatische Helfer als auch das Pflegepersonal die bisher ausgegebenen Flüssigkeitsmengen protokollieren.

So oder ähnlich könnten Serviceroboter in Zukunft zur Pflegeunterstützung eingesetzt werden. Welche Aufgaben die Roboter übernehmen könnten, haben Forscher in dem Projekt »WiMi-Care« auf Basis einer Bedarfsanalyse in der stationären Altenpflege herausgefunden. Daraus haben sie beispielhaft zwei Szenarien abgeleitet – den Transport und das Verteilen von Getränken – und in einem ersten Praxistests im Stuttgarter Altenpflegeheim »Parkheim Berg« untersucht. Das im November 2008 gestartete Forschungsvorhaben hat eine Laufzeit von drei Jahren. „Primäres Ziel der ersten Testphase war es, die technische Machbarkeit der ausgewählten Szenarien zu verifizieren und ein erstes Feedback bezüglich der Benutzerakzeptanz zu bekommen. Dieses Ziel haben wir erreicht“, erläutert Doktor Birgit Graf, die am Fraunhofer IPA die Gruppe Haushalts- und Assistenzrobotik leitet.


MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer IPA