Robert Koch Institut warnt vor Epidemie

Das Norovirus greift um sich
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Bereits im Dezember 2006 hatte das Robert Koch Institut (RKI) vor einer Norovirus-Epidemie gewarnt. Angesichts der gemeldeten Fälle habe sich diese Befürchtung bestätigt, heißt es im „Epidemiologischen Bulletin 5/07“.

Um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, rät das RKI allgemein dazu, den Kontakt zu Infizierten zu meiden und sich gründlich die Hände zu waschen. Kontaminierte Gegenstände wie zum Beispiel Toiletten oder Waschbecken sollten mit Gummihandschuhen gründlich gereinigt werden. Wichtig ist laut RKI, dass Einwegmaterial benutzt und die Gummihandschuhe entsorgt werden. Geschirr dagegen kann wie üblich maschinell gereinigt werden. Vom generellen Einsatz von Desinfektionsmitteln rät das RKI eher ab.

Erkrankte sollten Bettruhe halten und viel Flüssigkeit und Elektrolyte zu sich nehmen. Nach Abklingen der Symptome kann langsam wieder eine normale Kost aufgebaut werden.

Noroviren gehören zur Familie der Caliciviridae und wurden früher als Norwalk-ähnliche Viren bezeichnet. Es handelt sich um einsträngige, hüllenlose RNA-Viren. Noroviren sind weltweit verbreitet und zählen auch in Deutschland zu den häufigsten Erregern infektiöser Gastroenteritiden. Die Infektion führt nach einer Inkubationszeit von bis zu 50 Stunden zu starker Übelkeit, Erbrechen, abdominellen Krämpfen und Durchfällen. Noroviren werden mit Erbrochenem und dem Stuhl ausgeschieden.

Auf Grund genetischer Unterschiede differenziert man Noroviren heute in drei Genogruppen (GGI, GGII, GGIV) und eine Vielzahl von Genotypen. In Deutschland treten vor allem Genotypen der Genogruppe II auf. Aber auch Genotypen der Genogruppe I wurden in den letzten Jahren verstärkt nachgewiesen.

MEDICA.de; Quelle: Robert Koch Institut Epidemiologisches Bulletin 5/07