Roboter in der Medizintechnologie – Japan in der Pole Position?

Foto: Medizinroboter

Foto: Roboteranzug HAL
© Cyberdyne/Tsukuba University

Japan ist führend im Einsatz von Industrierobotern – und schickt sich an, die gleiche Rolle bei Service-Robotern und nun auch im Medizin- und Pflegebereich zu übernehmen.

Die Player sind zum Teil die gleichen: Toyota beispielsweise, eines der führenden Unternehmen im Einsatz von Robotern in der Automobilproduktion, hat schon auf der Weltausstellung 2005 in Aichidas Konzept der Partnerroboter vorgestellt. Damals noch mit Musik spielenden Robotern, aber voller Ambitionen. Pflegeroboter sollen ein Kerngeschäft von Toyota werden und die anderen Geschäftsfelder ergänzen. Panasonic greift auf Erfahrungen aus der Elektronik-Entwicklung zurück und hat beispielsweise einen Roboter zum Haarewaschen und einen Roboter erschaffen, der in Krankenhäusern bei der Verteilung von Medikamenten unterstützt.

Der am National Institute ofAdvanced Industrial Science and Technology (AIST) entwickelte, einer Robbe ähnelnde Roboter „Paro“ wird mittlerweile auch in Europa in vielen Pflegeeinrichtungen bei der Pflege von Demenzkranken eingesetzt.

Es haben sich japanische Unternehmen auch neuen Feldern zugewandt, in denen Roboter entwickelt, erprobt und in Zukunft angewendet werden sollen – darunter auch die Medizintechnik. Es ist nur folgerichtig, dass auf der Weltleitmesse MEDICA die Unternehmen ihre Innovationen vorstellen: So stellten beispielsweise das Kobayashi Lab der Tokyo University of Science auf der MEDICA 2011 einen Roboter-Anzug vor, der mit pneumatischen künstlichen Muskeln betrieben wird, und das Tokyo Institute of Technology (TIT) zeigte auf der letzten MEDICA einen Roboter, der bei laroskopischer Chirurgie Einsatz finden soll.Dieses Jahr ist die Präsenz der Japaner in dem Feld noch einmal deutlich stärker: Das TIT (Halle 11 / H75) zeigt die neuesten Version des Roboterarms, und SanwaRobotics stellt auf der COMPAMED (Halle 08b / F41) Zulieferteile für Medizinroboter aus.

Einer der Höhepunkte dieses Jahr ist ohne Zweifel die Beteiligung von Cyberdyne Inc. (Halle 16 / B31) mit der neuesten Präsentation des Roboteranzugs HAL® Robot Suit HAL (Hybrid AssistiveLimb)®. Hier handelt es sich um ein „Exoskelett“, d.h. einem Anzug, der dem Körper von außen eine zusätzliche Stützfunktion verleiht. Zum wiederholten Malauf einer Messe in Düsseldorf vertreten (zuletzt auf der Weltleitmesse der Kunststoffindustrie, „K“, im Oktober 2013), greift die neueste Entwicklung des von Professor Yoshiyuki SANKAI von der Tsukuba-Universität gegründeten Unternehmensmittlerweile Bewegungsimpulse des Gehirns ab und unterstützt sie motorisch im Roboteranzug.

Damit erschließt der Anzug insbesondere querschnittsgelähmten Patienten neue Wege zurück in die Selbständigkeit. Cyberdyne agiert sich in Europa mit der Tochtergesellschaft Cyberdyne Care Robotics GmbH zusammen mit der Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinik Bergmannsheil und dem Zentrum für Neurobotales Bewegungstraining in Bochum. Während der MEDICA sind am Stand von CyberdyneInc (Halle 16 / B 31) täglich mehrfache Präsentationen

MEDICA.de; Quelle: Messe Düsseldorf Japan