Das zeigen Ergebnisse der „A Diabetes Outcome Progression Trial (ADOPT)“, die jetzt beim Jahreskongress der American Diabetes Association (ADA) vorgestellt wurden. An dieser randomisierten, doppel blinden Multicenterstudie hatten 4.360 Patienten teilgenommen. Bei allen hatten die Ärzte kürzlich Diabetes mellitus vom Typ 2 diagnostiziert. Keiner war jedoch mit einem antidiabetischen Wirkstoff vorbehandelt. Randomisiert erhielten die Patienten entweder Rosiglitazon, Metformin oder Glyburid. Die Therapie mit Rosiglitazon konnte das Versagen einer Monotherapie deutlich länger hinauszögern als die Wirkstoffe Metformin oder Glyburid alleine.

Diesem positiven Eindruck bei Rosiglitazon stehen aber offenbar Nachteile im Nebenwirkungsprofil entgegen. Bei Frauen stieg das Risiko einer Fraktur unter Rosiglitazon im Vergleich zur Metformingabe. Im Gegensatz dazu konnte man eine solche Risikoerhöhung bei Männern nicht beobachten.

Nun hat man die Daten für Frauen näher untersucht: Das Risiko einer Fraktur ist demnach um 81 Prozent höher, wenn diabeteskranke Frauen Rosiglitazon einnehmen im Vergleich zu Metformin. Noch deutlich unterschied sich das Risiko im Vergleich zu Glyburid. Etwa ein Jahr nach Beginn der Medikation steigt dieses Risiko an.

Als man die Orte der Frakturen analysierte, stellte sich heraus, dass vor allem die Knochen der unteren Extremität vom erhöhten Frakturrisiko betroffen sind, die Wirbelkörper dagegen nicht.

Ist dies ein Klasseneffekt oder betrifft er nur den Wirkstoff Rosiglitazon? Offenbar letzteres, wie einer der Studienleiter der ADOPT-Studie feststellt: Eine Untersuchung mit dem Wirkstoff Pioglitazon hat nämlich gezeigt, dass bei rund 8.000 Patienten, die den Wirkstoff im Durchschnitt 3.5 Jahre lang einnahmen, im Vergleich zu 7.400 Patienten unter Meformin etwa gleich viele Frakturen auftraten.

MEDICA.de; Quelle: American Diabetes Association 2007 Scientific Sessions