In dieser Studie wurden 42 Untersuchungen reanalysiert. Alle hatten einen Untersuchungszeitraum von mindestens 24 Wochen. Insgesamt 15.560 Patienten hatten im Rahmen dieser Studien Rosiglitazon eingenommen, 12.283 Probanden unter Placebo dienten als Kontrollgruppe. Wie die Analyse zeigte, haben Patienten unter Rosiglitazon ein 41 Prozent höheres Risiko, einen Myokardinfarkt zu erleiden als Probanden unter Placebo. Das Risiko eines kardialen Todesfalls ist sogar 64 Prozent höher.

Die Studienautoren Dr Steven Nissen von der Cleveland Clinic, OH, USA und Kathy Wolski weisen darauf hin, dass es in beiden Gruppen nur relativ wenige Ereignisse gab: so lediglich 86 Myokardinfarkte unter Rosiglitazon und 72 in der Kontrollgruppe; ebenso 39 kardiologische Todesfälle versus 22. Dennoch sollten diese Ergebnisse ernst genommen werden, warnen die Studienautoren. Der Nutzen des Wirkstoffs Rosiglitazon in der Antidiabetestherapie muss nach ihrer Meinung noch einmal kritisch gewürdigt werden.

Wie steht es mit anderen Wirkstoffen aus derselben Wirkstoffklasse wie etwa Pioglitazon. Diese Substanzen sind sehr komplex, schreiben die Studienautoren. Alle müssten daher einzeln untersucht werden. Man könne ihnen keinen Klasseneffekt unterstellen. Gerade für Pioglitazon hat die PROACTIVE-Studie gezeigt, dass dieser Wirkstoff wahrscheinlich in kardialer Hinsicht sicher ist.

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA weist in einem Statement darauf hin, dass verschiedene andere Studien in Bezug auf ein etwaiges kardiales Risiko von Rosiglitazon zu anderen Ergebnissen gekommen sind. Die FDA will Patienten unter Rosglitazon lediglich empfehlen, gegebenenfalls mit ihrem Arzt zu reden.

MEDICA.de; Quelle: The New England Journal of Medicine 2007;DOI 10.1056/NEJMoa072761